Sonntag, 04. Dezember 2022

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Spitzensportreform
PotAS-Chef tritt zurück

Rückschlag auf dem Weg zur Spitzensportreform des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Der Vorsitzende der PotAS-Kommission, Bernd Strauß, ist nach Informationen der "FAZ" von seinem Amt zurückgetreten. Dabei hatte die Kommission erst vor drei Monaten ihre Arbeit aufgenommen.

Von Jonas Panning | 08.08.2017

    Die PotAS-Kommission, die Experten-Kommission zur Umsetzung der Leistungssportreform: Reinhard Wendt (l-r), früherer Sportchef der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und des Deutschen Olympiadekomitees für Reiterei, Mirjam Rebel vom Bundesinstitut für Sportwissenschaft, Vorsitzender Sportpsychologe Bernd Strauß, Fecht-Olympiasiegerin und Mitglied der IOC-Athletenkommission, Britta Heidemann, und Sportwissenschaftler Urs Granacher.
    Die PotAS-Kommission muss wohl ohne ihren Vorsitzenden, Bernd Strauß (mitte), weitermachen. (dpa/picture alliance/ Maurizio Gambarini)
    Offiziell habe sein Rücktritt "gesundheitliche Gründe", schreibt die "FAZ". Doch das Blatt berichtet auch von Schwierigkeiten, die der 57jährige bei der Umsetzung des Potenzialanalysesystems gesehen haben soll. Strauß soll festgestellt haben, dass das technisch nicht umsetzbar sei.
    PotAS gilt als das "Herzstück" der Spitzensportreform. Anhand von 20 Attributen und dreimal so vielen Unterattributen soll die Kommission Sportarten und Disziplinen bewerten und feststellen, welche Erfolgsaussichten sie besitzen. Danach werden dann die millionenschweren Fördergelder verteilt.
    Gab es Streit innerhalb der Kommission?
    Erst vor drei Monaten hatten Strauß und seine vier Kollegen von Bundesinnenminister de Maizière und dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes, Hörmann, ihre Ernennungsurkunde erhalten. Anschließend sprach der Sportpsychologe von der Uni Münster noch von einer "schwierigen, aber reizvollen Aufgabe". Man habe viel Arbeit vor sich.
    Die "FAZ" berichtet auch, dass es zwischen Strauß und Mitgliedern der PotAS-Kommission zum Streit gekommen sein soll – sie nennt allerdings keine Details. Seine Nachfolge soll kommissarisch sein bisheriger Stellvertreter, Urs Granacher, Sportwissenschaftler an der Uni Potsdam, übernehmen.