Donnerstag, 07. Juli 2022

Reaktionen auf Krieg in Ukraine
Immer mehr Sportverbände schließen Russland aus

Nach unter anderem FIFA und UEFA haben am Dienstag weitere Sportverbände auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert und haben russische und belarussische Athletinnen und Athleten von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Das Russische Olympische Komitee reagierte entrüstet.

Von Jessica Sturmberg | 01.03.2022

Russland-Flagge und Olympia-Flagge im Stadion
Keine Athleten unter russischer Flagge (dpa / Hannibal Handschke)
Innerhalb weniger Tage sortiert sich gerade der Weltsport neu und löst zum Teil enge Verbindungen auf – sowohl zu russischen und belarussischen Sportlerinnen und Sportlern, als auch auf der Funktionärsebene und bei der Veranstaltung von Wettkämpfen, die jahrelang fester Bestandteil in Wettkampfkalendern waren.

Radsportverband verbannt Pro Team Gazprom-RusVelo

Dabei folgen viele internationale Sportfachverbände der IOC-Empfehlung von Montag, praktisch sämtliche Verbindungen zu kappen. Der Weltradsportverband hat dies angekündigt und verbannt unter anderem das russische ProTeam Gazprom-RusVelo.
Keine Wettkämpfe mehr in Russland und Belarus, sowie Ausschluss von deren Sportlerinnen und Sportler und Teams haben ebenfalls beschlossen: die Weltverbände vom Handball, Basketball, Volleyball, Rugby, Kanu, Rudern, Segeln, Hockey, Badminton, Tischtennis, Ski, Eisschnelllauf.
Das Bild zeigt die russische Flagge und auf ihr die Schriftzüge UEFA und FIFA.
Das Bild zeigt die russische Flagge und auf ihr die Schriftzüge UEFA und FIFA.
Die Isolierung des russischen Sports
Die Fußballverbände FIFA und UEFA haben Russland aus internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Das IOC empfiehlt seinen Mitgliedsverbänden, russische und belarussische Sportlerinnen und Sportler nicht mehr an internationalen Wettkämpfen teilnehmen zu lassen. Auch in anderen Sportarten wird Russland isoliert.
Auch in Russlands Paradesportarten Eiskunstlauf- und Eishockey sind die Athletinnen und Athleten ausgeschlossen.

IAAF berät über Ausschluss Belarus'

Der Internationale Welt-Leichtathletikverband hatte wegen des Doping-Betrugs schon seit 2015 russische Teams ausgeschlossen und keine Wettkämpfe mehr in Russland ausgetragen. Nächste Woche will die IAAF-Exekutive auch über den Ausschluss belarussischer Athletinnen und Athleten beraten.
Der Tennisweltverband, der Weltschwimmverband FINA, die Internationale Biathlon-Union und der Weltmotorsportverband FIA lassen Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus noch weiter unter neutraler Flagge zu, Nationalsymbole und Hymnen sind verboten. So wie es bei Olympischen Spielen seit Rio infolge des Dopingbetrugs in Sotschi gehandhabt wurde. Damit darf auch der neue Tennis-Weltranglistenerste Daniil Medwedew weiter antreten.

Auch persönliche Verbindungen lösen sich

Es lösen sich gerade auch viele persönliche Verbindungen. Das Eiskunstlaufpaar Minerva Hase und Nolan Seegert ebenso wie das Eistanzpaar Katharina Müller und Tim Dieck dürfen nicht mehr nach Moskau einreisen, wo sie bisher trainiert hatten. Russland hat beiden Paaren, die in der Sportförderung der Bundeswehr sind, die Einreise verweigert.
Fußball-Trainer Markus Gisdol hat sein Engagement bei Lokomotive Moskau beendet.
Russlands Präsident Wladimir Putin
Russlands Präsident Wladimir Putin
Sport-Ausschluss wird Putin treffen
Die Internationalen Sportverbände reagieren auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine: Sie entziehen Russland wichtige Sportwettbewerbe und schließen russische und belarussische Athletinnen und Athleten von der Teilnahme aus. Das ist weit mehr als ein symbolischer Akt, kommentiert Andrea Schültke.
Dagegen will der einstige Mainzer Erstligacoach Sandro Schwarz noch weiter bei Dynamo Moskau bleiben. Sein ukrainischer Co-Trainer Andrej Woronin ist dagegen nach Deutschland abgereist.

Russische Verbände zeigen sich entrüstet

Das russische Olympische Komitee hat derweil die IOC-Empfehlung scharf kritisiert. Am Dienstag zeigten sich auch viele Sportfachverbände entrüstet. Der russische Biathlonverband, dessen Sportlerinnen und Sportler unter neutraler Flagge noch antreten dürfen, hält seine Sanktion für rechtswidrig, unvernünftig und kategorisch inakzeptabel.
Mit ähnlichen Worten weist Alischer Usmanow die von der Europäischen Union gegen ihn verhängten Sanktionen zurück. Vorübergehend will der Putin-Vertraute aber von seinem Amt als Präsident des Welt-Fecht-Verbands zurücktreten.