Freitag, 12. August 2022

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Start des Klimagipfels in Bonn
Tag der Appelle, Tag der gemeinschaftlichen Getränke

Vom Konferenzvorsitzenden der Fidschi-Inseln wurde der Klimagipfel in Bonn mit einer traditionell zubereiteten Tasse des Nationalgetränks eröffnet. Das Ziel: Den Gemeinschaftsgeist zu stärken, wenn es darum geht, die Erderwärmung auf höchstens eineinhalb Grad zu begrenzen.

Von Georg Ehring | 06.11.2017

    Eröffnung der Weltklimakonferenz 2017, Blick aus dem Publikum auf die Bühne.
    Die Teilnehmer aus mehr als 190 Ländern bei der Konferenzeröffnung (imago stock&people)
    Kava soll beruhigen und sogar Angstzustände lindern. Er ist auf den Fidschi-Inseln Nationalgetränk und Männer von dort bereiteten ihn vor den Delegierten in einer traditionellen Zeremonie zu, um den Geist der Gemeinschaft auf dem Klimagipfel zu stärken. Am Eröffnungstag setzt sich die Klimakonferenz Ziele und Frank Bainimarama, der Staatschef von Fidschi und Konferenzleiter, verlangt, die Erderwärmung auf höchstens eineinhalb Grad zu begrenzen.
    "Wenn wir uns 1,5 Grad vornehmen, ist das eine große Herausforderung. Aber es bringt uns auch einen Auftrag: Unsere Fähigkeiten, neue Lösungen zu finden und hart zu arbeiten, sind gefordert."
    Der erste Teil eines Regelbuchs
    Im Pariser Klimaabkommen haben die Staaten sich in der Tat dieses hohe Ziel gesetzt – deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar weniger als 1,5 Grad, das steht im Vertrag. Die Umsetzung allerdings steht noch aus. Der Beitrag der Bonner Klimakonferenz dazu: Der erste Teil eines Regelbuchs, sozusagen das Kleingedruckte des Pariser Abkommens. Es soll zum Beispiel sicherstellen, dass eine Tonne CO2 überall gleich gemessen wird. Das ist nicht nur eine technische Aufgabe – die Vereinbarungen berühren die Nationale Souveränität der einzelnen Staaten und hier gibt es viele Empfindlichkeiten. Patricia Espinoza, die Chefin des UN-Klimasekretariats:
    "Hier in Bonn müssen wir bestimmte Ziele erreichen. Hier geht es um die nächsten Schritte um sicherzustellen, dass die Struktur des Pariser Abkommens vervollständigt wird, seine Verbindlichkeit gestärkt und seine Ziele erreicht werden."
    Nicht nur durch Abschaltung von Kohlekraftwerken
    Um die Ziele des Abkommens zu erreichen, müssen die einzelnen Staaten ihre Ambitionen noch heraufsetzen, auch darüber soll in Bonn gesprochen werden. Dabei sind viele Staaten hinter ihren Zusagen zurück, so der Gastgeber Deutschland. Bei den Berliner Sondierungsgesprächen für eine neue Regierung geht es unter anderem darum, ob und wie die Zusage zu schaffen ist, bis zum Jahr 2020 den CO2-Ausstoß um 40 % unter den Stand von 1990 zu senken. Gerd Müller, CSU-Mitglied und amtierender Minister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, bekennt sich nach wie vor dazu, will es aber nicht nur durch Abschaltung von Kohlekraftwerken erreichen.
    "Erstens mal nicht vorzeitig die Segel zu streichen, und in Pessimismus zu machen, sondern auf der Analyse wo wir jetzt stehen, aufbauen und dann auch neue Impulse setzen. Nicht nur in Richtung Energiewirtschaft."
    Mit Spannung warten die Delegierten auf Signale aus den USA. Trotz der Ankündigung von Präsident Trump, das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen, haben die USA eine Delegation nach Bonn geschickt, die bei den Detailverhandlungen für die Regeln dieses Vertrages mitreden will. Mit öffentlichen Auftritten halten sich die Amerikaner aber bisher zurück.