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StartseiteSternzeitPorrima, schönster Doppelstern der Jungfrau26.05.2020

Stern Gamma VirginisPorrima, schönster Doppelstern der Jungfrau

Das Sternbild Jungfrau steht derzeit um Mitternacht im Süden. Da es mit Ausnahme von Spica vor allem lichtschwächere Sterne umfasst, ist es am aufgehellten Stadthimmel nicht leicht zu erkennen.

Von Hermann-Michael Hahn

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Das Sternbild Jungfrau (Virgo) in einer historischen Darstellung  (Bode)
Das Sternbild Jungfrau (Virgo) in einer historischen Darstellung (Bode)

Auf den meisten Sternkarten erinnert der rechte Teil des Sternbilds an die ausgebreiteten Arme einer menschlichen Gestalt, die entspannt auf dem Rücken liegt.

Einer der beiden durch Sternketten repräsentierten Arme beginnt unterhalb von Denebola, dem Schwanzstern des Löwen. Der andere reicht von unten an das unscheinbare Sternbild Haar der Berenike heran.

Am Treffpunkt der beiden Arme steht der Stern Porrima, dessen Name auf eine italische Göttin zurückgeht. Da diese von schwangeren Frauen bei der Niederkunft um Hilfe angerufen wurde, passt der Name sehr gut ins Sternbild Jungfrau, das die Göttin der Fruchtbarkeit darstellt.

Der Stern Porrima (Gamma Virginis) im Sternbild Jungfrau ist rechts oberhalb vom Hauptstern Spica zu finden (Stellarium)Der Stern Porrima (Gamma Virginis) im Sternbild Jungfrau ist rechts oberhalb vom Hauptstern Spica zu finden (Stellarium)

Porrima – von Fachleuten auch Gamma Virginis genannt – ist ein bekannter Doppelstern. Seine beiden Partner erscheinen nahezu gleich hell, und sie umrunden einander in rund 170 Jahren.

Vor 15 Jahren standen beide Sterne so eng beieinander, dass sie mit einem Amateurteleskop nicht mehr zu trennen waren; inzwischen ist der gegenseitige Abstand längst wieder groß genug, um an dieser Stelle zwei Lichtpunkte zu erkennen.

Porrima befindet sich rund 38 Lichtjahre von uns entfernt. Der Abstand der beiden Komponenten schwankt zwischen der fünffachen und gut 80-fachen Entfernung Erde - Sonne.

Nach der engen Passage nimmt nun bis Ende dieses Jahrhunderts der Abstand immer mehr zu.

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