Dienstag, 24. Mai 2022

Großforschungsprojekt
Astrophysik-Zentrum in der Lausitz

Seit gut einem Jahr läuft der Wettbewerb zur Gründung zweier Großforschungseinrichtungen in den Kohleregionen Thüringens und Sachsens. Die Institute sollen helfen, den Strukturwandel zu bewältigen – und womöglich befindet sich dort bald das Deutsche Zentrum für Astrophysik.

Von Dirk Lorenzen | 14.01.2022

SKA-Teleskop in Südafrika
Unter anderem die Daten des SKA-Teleskops in Südafrika könnten im Deutschen Zentrum für Astrophysik in der Lausitz ausgewertet werden. (SARAO)
Seit gut einem Jahr läuft der Wettbewerb zur Gründung zweier Großforschungseinrichtungen in den Kohleregionen Thüringens und Sachsens. Die Institute sollen helfen, den Strukturwandel zu bewältigen – und womöglich befindet sich dort bald das Deutsche Zentrum für Astrophysik.
Aus über fünfzig Vorschlägen hat die Perspektivkommission die sechs überzeugendsten ausgewählt. Für die Astrophysik bekam das Team um Günther Hasinger, Wissenschaftsdirektor der ESA, 500.000 Euro, um eine detaillierte Ideenskizze auszuarbeiten.

Das Deutsche Zentrum für Astrophysik
Mitteilung des BMBF zu den sechs Projekten der ersten Förderphase

In der Lausitz könnte mit dem Astrophysik-Zentrum eine Art Hirn der Himmelskunde entstehen. Zum einen sollen die riesigen Datenströme etwa des Radioteleskops SKA aus Südafrika und Australien zur Bearbeitung nach Sachsen laufen.     

Halbleitersensoren, Silizium-Optiken, Regelungstechnik

Vorgeschlagen wird auch eine Abteilung für Halbleitersensoren, Silizium-Optiken und die Regelungstechnik künftiger Observatorien.
Und schließlich ließe sich an die Bergbau-Tradition der Lausitz anknüpfen. Denn das Granitgestein wäre gut geeignet für die beiden 30 Kilometer langen Arme des geplanten „Einstein-Teleskops“. Das neue Instrument registriert noch genauer die Gravitationswellen aus dem Kosmos, die zum Beispiel beim Verschmelzen Schwarzer Löcher entstehen.

Konkurrenzprojekte aus Chemie, Medizin, Klimaforschung, Bauwesen

Die Astrophysik muss sich gegen Konkurrenzprojekte aus Chemie, Medizin, Klimaforschung und dem Bauwesen behaupten. Beim sechsten Mitbewerber geht es um Weltraumressourcen für Stationen auf Mond und Mars.
Im Sommer wird entschieden, ob die Lausitz tatsächlich nach den Sternen greift.