EU-Antirassismusbeauftragte Moua
Struktureller Rassismus in Europa tief verwurzelt

Die Antirassismusbeauftrage der Europäischen Union, Moua, hat eine Aufarbeitung des europäischen kolonialen Erbes angemahnt.

    Das Schwarz-Weiß-Bild einer Sisal-Plantage in Tansania. Im Feld stehen schwarze Arbeitskräfte, die die agavenartigen Sisal-Fasern bearbeiten. Unweit davon steht eine Gruppe Weißer in Tropenkleidung, die die Arbeit anscheinend überwacht.
    Tansania vor gut 100 Jahren: Weiße Männer überwachen die Arbeit auf einer Sisal-Plantage. (imago images / Gemini Collection)
    Dieses begünstige in den Mitgliedsländern strukturellen Rassismus, sagte Moua auf einem Symposium zu dem Thema in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam. Die Menschen wüssten zu wenig über die Kolonialgeschichte ihrer Länder und hätten kein Bewusstsein für entsprechende Vorurteile und Ressentiments. Daten der Agentur der Europäischen Union ⁠für ⁠Grundrechte zufolge habe fast ⁠die Hälfte der Menschen afrikanischer ⁠Abstammung in der Staatengemeinschaft ⁠Diskriminierung erfahren. Rassismus sei kein ​Relikt der Vergangenheit, sondern allgegenwärtig und in den staatlichen Strukturen fest verankert. Die im Januar verabschiedete Antirassismus-Strategie müsse daher schnellstmöglich umgesetzt werden, erklärte Moua.
    Diese Nachricht wurde am 21.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.