Montag, 14.10.2019
 
Seit 17:30 Uhr Nachrichten
StartseiteSport am Wochenende"Mein Vorschlag ist, dass wir das als einen Prozess betrachten"30.03.2019

Strukturreform im Handball"Mein Vorschlag ist, dass wir das als einen Prozess betrachten"

Der Deutsche Handballbund will seine Strukturreform vorantreiben. Dazu bedürfe es Professionalisierung, Konzentration, Verdichtung - und mehr Geld. Dierk Petersen, Präsident des Handballverbands Schleswig-Holstein, sagte im Dlf: eine Betragserhöhung sei "überhaupt nicht vermittelbar".

Dierk Petersen im Gespräch mit Jessica Sturmberg

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Sebastian Heymann und der Schweizer Lucas Meister kämpfen um den Ball. (dpa / Federico Gambarini)
Der Deutsche Handballbund will die Strukturreform vorantreiben. (dpa / Federico Gambarini)
Mehr zum Thema

Strukturreform im Handball "Vom Almosen zum Beitrag übergehen"

Handball-Routinier Glandorf "Spaß hilft über gewisse Schmerzen hinweg"

Handball nach der WM Schnell zurück im Alltag?

Handball-WM-Fazit "Prunkstück war die Abwehr"

Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes, wolle mit einem "Haus des Handballs" eine neue Heimat des DHB schaffen, teilte er im Januar zu Beginn der Handball-WM mit. Dabei orientiert er sich an dem Vorbild des französischen Handballs, der in Creteil just ein modernes Trainings- und Verwaltungszentrum eröffnet hat. Und er mahnte die 22 Landesverbände an, die 2017 auf dem DHB-Bundestag beschlossene Strukturreform durchzusetzen.  Am liebsten wäre dem Präsidenten eine Reduzierung von 22 auf nur noch acht Landesverbände. Er wolle, so Michelmann, Professionalisierung, Konzentration und Verdichtung, andernfalls könne der deutsche Handball im Wettbewerb mit der Konkurrenz langfristig nicht bestehen.
Finanzieren will der Verbandschef das offenbar über eine deutliche Beitragserhöhung. Während der französische Dachverband jährlich rund zwölf Euro von jedem aktiven Handballer kassiere, seien es in Deutschland lediglich 80 Cent.

DHB noch weit entfernt von der Reform

Dierk Petersen, Präsident des Handballverbands Schleswig-Holstein, sagte dazu im Deutschlandfunk, dass der Handball im Moment davon noch sehr weit entfernt stünde: "Wir stehen im Moment ganz eindeutig an der Stelle uns näher kennen zu lernen. Wir sind nicht in Kenntnis dessen, was der andere eigentlich meint. Und wir sind auch nicht in Kenntnis dessen, was in den einzelnen Landesverbänden möglich ist." Das nächste Schritt sei es zu erörtern, warum sich Widerstand erhebe gegen ein neues System, das den deutschen Handball nach vorne bringe könnte.

Haus des Handballs

Die zentrale Einheit, die Präsident Michelmann als "Haus des Handballs" vorstellt, findet Petersen "als Grundidee richtig klasse, weil dann dort etwas entstehen kann, was wirklich auch Strahlwirkung haben könnte in die Landesverbände." Bezüglich der Finanzierung dieser Idee ist er allerdings ratlos. Eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags von 80 Cent auf 12 Euro sei nämlich "überhaupt nicht vermittelbar."

Strukturreform als Prozess betrachten

Petersen betont, dass die Umstrukturierung nicht mit der Brechstange geschehen solle: "Mein Vorschlag ist, dass wir das als einen Prozess betrachten mit dem Ziel es irgendwann auch zum Ziel zu bringen. Das kann aber auch mal gerne länger als mittelfristig dauern. Andere Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen, wäre Petersens Vorschlag in diesem Zusammenhang.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk