Basketball
Kapitänin Brunckhorsts olympisches Dilemma

Basketballerin Svenja Brunckhorst ist bei den Olympischen Spielen sowohl im klassischen 5 gegen 5 als auch im 3x3 qualifiziert. Eigentlich müsste sie sich für eine Variante entscheiden, kann sich aber jetzt auch vorstellen, beide Turniere zu spielen.

Svenja Brunckhorst im Gespräch mit Astrid Rawohl | 26.05.2024
Portrait der Basketballerin Svenja Brunckhorst im Deutschlandtrikot während eines Spiels.
Basketballerin Svenja Brunckhorst steht vor einem "Luxusproblem": Sie ist doppelt für die Olympischen Spiele qualifiziert. (picture alliance / ZUMAPRESS.com / Sven Beyrich)
Svenja Brunckhorst ist in zwei deuschen Basketballteams Kapitänin: sowohl im klassischen 5-gegen-5 als auch bei der Streetball-Variante 3x3. Ihr Problem: Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris ist sie für beide Wettbewerbe qualifiziert. Während die klassische Variante in Lille gespielt wird, findet die neue 3x3-Variante in Paris statt.
Die logistische Herausforderung, zwischen Lille und dem Place de la Concorde in Paris zu pendeln, ist enorm. Man könnte aber die Strapazen auf sich nehmen, überlegt Brunckhorst hin- und hergerissen: "Ich bin ein Teil von beiden Mannschaften. Seit Ewigkeiten im 5-gegen-5 - ich habe nicht ein Länderspiel in den letzten zehn Jahren verpasst - und seit drei Jahren im 3x3. Und da ist es wirklich extrem schwer für mich, sich zu entscheiden."

Pro- und Kontraliste ergibt noch kein Ergebnis

Auch ihre Teamkollegin Sonja Grainacher hat sich für beide Wettbewerbe qualifiziert, die Freundinnen sind aber noch zu keinem Ergebnis gekommen - trotz einer Liste, wo sie die Vor- und Nachteile aufgeschrieben haben.
Brunckhorst sieht in der 3x3-Disziplin im Achterfeld zum Beispiel größere Medaillenchancen: "In 10 Minuten hat man, glaube ich, mehr eine Chance auf den Lucky Punch. Und wir haben uns auch in den Jahren wirklich im oberen Drittel eingespielt, würde ich sagen. Darum sind die Chancen 3x3 definitiv größer, als in dieser Horrorgruppe ." Dennoch erkennt sie auch die Stärke der 5-gegen-5-Nationalmannschaft an: "Ich glaube, das ist das beste Frauenteam, was wir je hatten."

DBB überlässt Entscheidung der Spielerin

Eine zusätzliche Motivation für das 3x3-Turnier ist die besondere Atmosphäre: "Die Location ist einmalig. Wir hatten vor drei Jahren die Europameisterschaft direkt vor dem Eiffelturm, und das war schon einfach unglaublich, auch der Flair. Das lockt natürlich auch."
Unterstützung erhält sie von ihren Teamkolleginnen und dem Deutschen Basketball-Bund (DBB). "Meine Mitspielerinnen sind alle sehr supportive und im Moment geben sie mir da jeden Freiraum, und ich soll es einfach mal genießen," berichtet sie. Auch der DBB hat ihr die Entscheidung freigestellt, was sie zu schätzen weiß: "Ich bin extrem glücklich, dass ich das selber entscheiden darf."
Brunckhorst ist sich der Tragweite ihrer Entscheidung bewusst, insbesondere da sie ihre aktive Karriere beendet und zukünftig bei Alba Berlin für die Förderung des weiblichen Nachwuchses verantwortlich sein wird. Dennoch bleibt sie unentschlossen: "Ich kann es einfach echt noch nicht sagen, wie es ausgehen wird. Ich bin jetzt gerade in der Situation, wo ich einfach irgendwie jede Option offen halten möchte."