
Bundeskanzler Merz hat die Bedeutung des transatlantischen Militärbündnisses mit den USA ausdrücklich bekräftigt. Auf die Ankündigung von US-Präsident Trump, die US-Truppen in Deutschland möglicherweise zu reduzieren, ging Merz nicht ein. Bundesaußenminister Wadephul rät zur Gelassenheit.
Bei einem Besuch auf dem Truppenübungsplatz im niedersächsischen Munster sagte der Kanzler, die Bundeswehr leiste einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zu einer starken, einigen NATO. Dies werde Seite an Seite mit den USA und den anderen Bündnispartnern geleistet - zum gegenseitigen Nutzen und in tiefer transatlantischer Verbundenheit.
Bundesaußenminister Wadephul sagte auf einer Reise nach Marokko, es werde insgesamt schon eine Verschiebung von Kräften geben. Darauf bereite sich die Bundeswehr vor. "Wir müssen mehr übernehmen, wir müssen stärkere Schultern herausbilden", betonte der CDU-Politiker.
Söder: "Wir sollten cool bleiben"
Der bayerische Ministerpräsident, CSU-Chef Söder, rät zu Gelassenheit. Er sagte der "Bild"-Zeitung: "Ich hoffe sehr, dass der US-Präsident weiter im Interesse der eigenen Streitkräfte handelt und die Präsenz in Deutschland stärkt. Mein Wunsch: Wir sollten alle cool bleiben. Die amerikanischen Streitkräfte fühlen sich sehr wohl in Deutschland"
Trump hatte eine mögliche Reduzierung der US-Truppen in Deutschland auf seiner ONline-Plattform angekündigt. Dort schrieb er, in Kürze solle eine Entscheidung getroffen werden. Kurz zuvor hatte er deutliche Kritik an Merz geübt, nachdem dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.
Die EU-Kommission erklärte, die Stationierung amerikanischer Truppen in Europa liege auch im Interesse der USA. Zugleich seien die Vereinigten Staaten ein unverzichtbarer Partner für die Sicherheit und Verteidigung Europas.
Diese Nachricht wurde am 30.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



