
Diese Zölle hätten auch Deutschland betroffen. Rutte bestätigte die Angaben Trumps. Eine Sprecherin Ruttes erklärte, bei weiteren Gesprächen unter den NATO-Verbündeten gehe es jetzt darum, durch ein gemeinsames Handeln die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten. Trump betonte lediglich, die Vereinbarung werde, wenn sie umgesetzt werde, für die USA und die anderen NATO-Mitglieder von Nutzen sein. Die weiteren Verhandlungen sollten unter anderem Vizepräsident Vance und Außenminister Rubio führen.
Vereinbarung besteht offenbar aus vier Punken
Wie das "Handelsblatt" aus Teilnehmerkreisen des Gesprächs zwischen Trump und Rutte in Davos erfuhr, besteht die Vereinbarung aus vier Punkten. Von Eigentumsrechten war zunächst keine Rede. Diese vier Punkte sind:
1. Keine neuen Zölle gegen europäische Staaten
2. Neufassung des Stationierungsvertrags von 1951 für das US-Militär auf Grönland, der den Aufbau und Betrieb von zahlreichen Stützpunkten erlaubt, inklusive eines Raketenabwehrschirms mit dem Namen „Golden Dome“
3. Die USA bekommen ein Mitspracherecht bei Investitionen auf Grönland
4. Europäische Nato-Staaten verpflichten sich zu einem stärkeren Engagement in der gesamten Arktis
2. Neufassung des Stationierungsvertrags von 1951 für das US-Militär auf Grönland, der den Aufbau und Betrieb von zahlreichen Stützpunkten erlaubt, inklusive eines Raketenabwehrschirms mit dem Namen „Golden Dome“
3. Die USA bekommen ein Mitspracherecht bei Investitionen auf Grönland
4. Europäische Nato-Staaten verpflichten sich zu einem stärkeren Engagement in der gesamten Arktis
Souveränität von Grönland wohl kein Thema
Nach Angaben von Rutte kam die Frage der Souveränität Grönlands bei seinem Gespräch mit Trump nicht mehr auf. Der US-Präsident konzentriere sich vielmehr auf den Schutz der arktischen Region, sagte der NATO-Generalsekretär. Dort fänden Veränderungen statt, etwa verstärkte Aktivitäten Russlands und Chinas.
Dänemark und Schweden begrüßten die Ankündigungen Trumps. Der dänische Außenminister Rasmussen sagte, wichtig sei, dass eine Lösung gefunden werde, die die Menschen in Grönland respektiere. Dänemark wolle auf die Bedenken der USA eingehen. Die schwedische Außenministerin Stenergard betonte, so wie es aussehe, habe die Zusammenarbeit der Unterstützer Dänemarks Wirkung gezeigt.
Bundesfinanzminister Klingbeil warnte am Abend vor zu großem Optimismus. Man sollte sich nicht "zu früh freuen" und zunächst abwarten, was konkret zwischen Trump und Rutte vereinbart worden sei, sagte der SPD-Chef im ZDF.
Trump betont strategische Schlüsselposition Grönlands
Zuvor hatte Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in einer Rede seinen Anspruch auf Grönland untermauert und zu sofortigen Gesprächen über eine Übernahme der Arktisinsel durch sein Land aufgerufen. Die Anwendung militärischer Gewalt schloss Trump aus. Grönland habe für die USA eine strategische Schlüsselposition inne. Niemand sei besser für die Verteidigung der Insel geeignet als die Vereinigten Staaten.
Trump sagte, "ich habe großen Respekt für die Menschen in Grönland und in Dänemark, aber jeder NATO-Verbündete muss in der Lage sein, das eigene Territorium zu verteidigen." Er fügte hinzu, die USA hätten die Insel nach dem Zweiten Weltkrieg dummerweise an Dänemark zurückgegeben. Nun erweise sich das Land als undankbar.
EU-Sondergipfel und Rede von Merz in Davos
Wegen des Streits um Grönland wollen sich heute die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel zu einem Sondergipfel treffen. Dabei soll das weitere Vorgehen abgestimmt werden. Bundeskanzler Merz wird heute in Davos eine Rede halten. Ein ursprünglich mit Trump geplantes Treffen fand nicht statt.
Diese Nachricht wurde am 22.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
