
Er betonte, Unternehmen brauchten Planungssicherheit, und zwar auf beiden Seiten des Atlantiks. Die Bundesregierung setze sich deshalb weiter für Stabilität und Berechenbarkeit in den Handelsbeziehungen ein. Man werde sich weiter eng mit der für Handelsfragen zuständigen EU-Kommission sowie mit den europäischen Partnern abstimmen.
Die deutsche Wirtschaft reagierte mit Unverständnis. Mit Blick auf die Begründung von US-Präsident Trump sagte der Präsident des Handelsverbandes BGA, Jandura, der Kampf gegen Zwangsarbeit dürfe nicht als Vorwand dienen, um längst geplanten Protektionismus nachträglich zu rechtfertigen. Zudem habe die EU ein umfassendes Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit beschlossen. Jandura sprach von einem Zolldschungel. Getroffen würden Unternehmen, die mit den erhobenen Vorwürfen nichts zu tun hätten.
Kritik auch von der Europäischen Union
Auch die EU-Außenbeauftragte Kallas kritisierte die Begründung für die angekündigten Zölle. Sie sagte der Nachrichtenagentur Reuters, diese Argumentation ergebe keinen Sinn. Vergleiche man die Arbeitsrechte innerhalb der EU mit jenen der USA, stelle sich Trumps Begründung als wenig fundiert heraus. Die EU-Außenbeauftragte bezeichnete die Zölle aus EU-Sicht als Schock.
Zölle in Höhe von zehn und 12,5 Prozent
Die USA hatten gegen fast alle wichtigen Handelspartner neue Zölle verhängt - insgesamt sind 60 Länder betroffen. Die Regierung von Trump begründete die Abgaben von zehn und 12,5 Prozent mit einer angeblich laxen Umsetzung von Zwangsarbeitsverboten. Die neuen Zölle lösten den zuvor geltenden weltweiten Sonderzoll von zehn Prozent auf US-Importe ab. Die EU und die USA hatten jüngst vereinbart, dass für europäische Produkte eine 15-Prozent-Obergrenze an US-Einfuhrzöllen gelten soll.
Diese Nachricht wurde am 24.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






