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UkraineSeparatisten wollen Soldaten abziehen lassen

Ein ukrainischer Soldat ruht sich während einer Patrouille im Grenzgebiet aus. (pa/dpa)
Die Kämpfe im Osten der Ukraine dauern an. (pa/dpa)

Die eingekesselten ukrainischen Soldaten sollen freigelassen werden. Doch die Separatisten knüpfen ihre Zusage an Bedingungen, die Kiew missfallen und neue Vorwürfe gegen Moskau erheben lässt. Präsident Putin reagiert darauf nicht - und lobt stattdessen die Rebellen.

Die Rebellen in der Ostukraine haben sich bereit erklärt, eingeschlossenen Regierungssoldaten im Grenzort Nowoasowsk freien Abzug zu gewähren. Sie seien damit einverstanden, einen humanitären Korridor zu öffnen, sagte einer ihrer Anführer, Alexander Sachartschenko, dem Fernsehsender Rossija 24. Allerdings müssten die Soldaten ihre schweren Waffen und Munition zurücklassen.

Das ukrainische Militär reagierte empört. Diese Vorschläge zeigten lediglich, dass die Separatisten direkt vom Kreml geleitet und kontrolliert würden. Zuvor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Rebellen ermahnt. Die eingekesselten Regierungstruppen sollten die Möglichkeit erhalten, sich durch den Korridor "aus der Kampfzone zurückzuziehen", erklärte Putin in Moskau. Damit sollten "unnötige Opfer" vermieden werden.

Die ukrainische Armee hatte am Mittwoch die Kontrolle über Nowoasowsk mit seinen 11.000 Einwohnern verloren. Die Regierung in Kiew beschuldigt die russische Armee, den Grenzort eingenommen zu haben.

Putin lobt Rebellen

Putin äußerte sich nicht zu Vorwürfen über eine Invasion russischer Truppen in die Ukraine. Stattdessen lobte er die Separatisten dafür, "die Militäroperationen Kiews, die die Leben von Einwohnern des Donbass bedrohten und bereits zu einer riesigen Anzahl von getöteten Zivilisten führten, zu untergraben". Die ukrainische Führung rief er erneut zu einer Waffenruhe auf.

Wenige Stunden vor Putins Statement hatte die Ukraine Russland vorgeworfen, in ihr Land mit Panzern, Soldaten und Artillerie eingedrungen zu sein. Nach Darstellung der NATO nimmt Russland mit mehr als 1.000 eigenen Soldaten und schwerem Kriegsgerät an den Kämpfen in der Ostukraine teil. Die Regierung in Moskau weist dies zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verständigte sich mit US-Präsident Barack Obama darauf, dass Russlands Verhalten nicht folgenlos bleiben dürfe.

(fwa/bor)

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