
In einer Verordnung heißt es, ab sofort würden neue Aufenthaltsgenehmigungen aus dem Programm der Regierung von Vorgänger Orban nicht mehr erteilt. Damit setzt Magyar ein Wahlkampfversprechen um. Nach seiner Darstellung erfolgte die Rekrutierung solcher Arbeitskräfte über Agenturen, die von Orban-nahen Geschäftsleuten kontrolliert werden. Eine weitere Begründung ist, dass mehr Ungarn in Jobs kommen und die Unternehmen davon abgehalten werden sollten, die Löhne durch die Beschäftigung von Ausländern zu drücken.
Kritik von Arbeitgebern
Derzeit arbeiten laut Schätzungen rund 90.000 Menschen aus nicht EU-Staaten in Ungarn, was rund zwei Prozent der Beschäftigten entspricht. Die meisten kommen aus den Philippinen, der Ukraine, China, Vietnam und Indien. Tätig sind sie vor allem am Bau, in der Kfz-Industrie, als Saisonarbeiter und bei Lieferdiensten. Industrie- und Arbeitgeberverbände kritisieren die Änderungen und machen geltend, dass in solchen Branchen in Ungarn Arbeitskräftemangel herrsche.
Kein genereller Stopp
Die neue Verordnung bestimmt, dass bestehende Aufenthaltsgenehmigungen bis zu ihrem Ablauf gültig bleiben. Sie lässt indes offen, ob ablaufende Genehmigungen verlängert werden können. Auch bedeutet sie kein vollständiges Ende für die Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen an Nicht-EU-Bürger, sondern bezieht sich nur auf die konkrete Regelung der Orban-Regierung.
Diese Nachricht wurde am 06.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





