Parlamentswahl
Ungarn: Orbán räumt Wahlniederlage ein

Ungarn steht vor einem Machtwechsel. Bei der Parlamentswahl zeichnet sich ein deutlicher Sieg der pro-europäischen Partei Tisza von Oppositionspolitiker Magyar ab. Ministerpräsident Orbán scheidet damit nach 16 Jahren aus dem Amt.

    Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hält in Budapest eine Rde, nachdem die Ergebnisse der Parlamentswahlen bekannt gegeben wurden.
    Viktor Orbán (AP / Petr David Josek)
    Der Wahlkommission zufolge kommt Tisza nach Auszählung ⁠von ⁠rund ⁠der Hälfte der Stimmen ⁠⁠auf 135 ‌Mandate im 199 Sitze umfassenden Parlament. Sie hätte ​damit knapp eine Zweidrittel-Mehrheit, die Beobachtern zufolge nötig ist, ​um einen tiefgreifenden Politik-Wechsel im Land zu vollziehen.

    Wahlsieger Magyar: "Danke Ungarn!"

    Magyar richtete sich zunächst via Facebook an seine Wähler. "Danke Ungarn", schrieb der Wahlsieger. Der amtierende Regierungschef Orbán räumte in Budapest seine Wahlniederlage ein und kündigte an, mit seiner Fidesz-Partei die Oppositionsrolle einzunehmen.
    Die Abstimmung in Ungarn galt als Richtungswahl. Der seit 16 Jahren regierende Orbán blockiert immer wieder Entscheidungen in der EU und pflegt gute Beziehungen zu den Präsidenten Russlands und der USA. Magyar kündigte für den Fall eines Wahlsiegs an, Ungarn zu einem verlässlichen NATO- und EU-Partner zu machen. Die Wahlbeteiligung in Ungarn erreichte eine Rekordhöhe. Kurz vor Schließung der Wahllokale um 19 Uhr lag sie bei rund 78 Prozent.
    In Brüssel, Berlin und Paris wurde das Ergebnis der ungarischen Parlamentswahl begrüßt.
    Diese Nachricht wurde am 12.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.