
Linnemann sagte der "Bild"-Zeitung, die Politik müsse Mut zu Reformen und zum Sparen beweisen. "Die Gesellschaft packt an, dann sollten wir das auch tun." Man brauche Anreize für mehr Arbeit, radikalen Bürokratieabbau, Vorrang für Innovationen und müsse sparen, sparen, sparen. Hoffmann betonte, der Ruf nach immer neuen Schulden löse keine Probleme, sondern verschärfe sie. Es gebe keine Anzeichen für eine Haushaltsnotlage, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Kritik auch von führenden Ökonomen
Der Ökonom und Berater von Finanzminister Klingbeil, Südekum, sagte dem Nachrichtenportal "The Pioneer", er sehe aktuell keine Rechtfertigung für eine solche Maßnahme. Auch Südekums Kollege und Berater von Ex-Finanzminister Lindner, Feld, meinte, eine rechtfertigende Notlage liege schlicht nicht vor. Er nannte es "befremdlich", dass die SPD das Schuldenmachen zu einem regelrechten Fetisch erhebe. Der Leiter des Ludwig-Erhard-Forums, Kolev, warnte zudem vor einem "gefährlichen Präzedenzfall". Wer ständig den wirtschaftspolitischen Ausnahmezustand ausrufe, mache Regeln wie die Schuldenbremse endgültig obsolet.
Miersch: "Im schlimmsten Fall alle Optionen auf den Tisch"
Miersch hatte als Argument angeführt, der Staat habe die Aufgabe, einen Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern. Im schlimmsten Fall müssten alle Optionen auf den Tisch. Dazu könne auch zählen, eine Haushaltsnotlage auszurufen und womöglich neue Schulden aufzunehmen.
Hintergrund sind die Einschränkungen bei der Erdölversorgung angesichts der anhaltenden Seeblockade in der Meerenge des Persischen Golfs durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Derzeit gilt eine Waffenruhe. Pakistan vermittelt zwischen den Kriegsparteien. In der Hauptstadt Islamabad laufen Gespräche.
Diese Nachricht wurde am 25.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.




