
Lula hatte die Stadt am Rand des gefährdeten Amazonas-Regenwalds bewusst als Gastgeber ausgewählt. Zahlreiche brasilianische Medien griffen die Bemerkungen des Kanzlers auf. Viele Bürger werteten sie als unverschämt, arrogant, voreingenommen oder unglücklich.
Um Entschuldigung bitten will Merz für seine Äußerung nicht. Er sehe keinen Schaden für die diplomatischen Beziehungen, ließ er über einen Regierungssprecher Kornelius mitteilen.
Merz hatte sich nach einem kurzen Auftritt bei der Weltklimakonferenz geäußert. Auf einem Handelskongress berichtete er, er habe Journalisten, die mit ihm in Brasilien gewesen seien, gefragt, wer von ihnen gerne dortgeblieben wäre. Niemand habe die Hand gehoben. Alle seien froh gewesen, von diesem Ort wieder nach Deutschland zurückzukehren. Man lebe in Deutschland in einem der schönsten Länder der Welt, fügte Merz hinzu.
SPD-Chef-Klingbeil verteidigt Merz' Belém-Äußerungen
Bundesumweltminister Schneider, SPD, hatte Belém am Vortag ausdrücklich als großartige Stadt gelobt. Er habe extrem viel Engagement gesehen, tolle Menschen, aber auch viel Armut. Die Sprecherin für Klimagerechtigkeit der Linken im Bundestag, Bock, verlangte eine Entschuldigung des Kanzlers.
SPD-Chef Klingbeil nahm Bundeskanzler Merz unterdessen in Schutz. Er sei immer dafür, dass Politiker auch mal frei reden dürften, sagte der Vizekanzler am Rande seiner China-Reise. Er habe zwar wahrgenommen, dass es Irritationen gebe, aber diese werde man sicher sehr schnell ausräumen. Insgesamt sei es ein sehr guter Besuch gewesen, den Merz auf der Weltklimakonferenz in Belém gehabt habe.
Diese Nachricht wurde am 19.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






