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USATrump, CNN und ein entnervter 16-Jähriger

Donald Trump während seiner Rede in New York nach seinem Wahlsieg bei der US-Präsidentschaftswahl (AFP/ Mandel Ngan)
Der zukünftige US-Präsident Donald Trump hat sich mal wieder mit den Medien angelegt, diesmal mit CNN. (AFP/ Mandel Ngan)

Donald Trump bleibt mit kritischen Medien auf Kriegsfuß. Jetzt ist er auf Twitter gegen CNN zu Felde gezogen. "Mal wieder", schreibt die "Washington Post". Und obendrein zitierte Trump dabei auch den Tweet eines Sechzehnjährigen, was ihm viel Spott einbringt.

Dass der "president elect", der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, kein entspanntes Verhältnis zu einer ganzen Reihe von Medien pflegt: Das ist keine Nachricht. Schon im Wahlkampf sah er sich als Opfer einer Medienkampagne, und nach der Wahl beschimpfte er eine Reihe von hochrangigen Medienmenschen, die er eigens zu sich bestellt hatte.

Geplant war das Treffen als "Neustart" der Beziehungen, stattdessen sagte Trump laut "New York Post" dann Sätze wie: "Wir sind in einem Raum voller Lügner, der betrügerischen, unehrlichen Medien, die völlig falsch gelegen haben." Besonders ging er auf CNN los. Und das ist jetzt wieder geschehen. Per Twitter. Und wieder konnte man den Eindruck gewinnen, dass Trump eher impulsiv ist, wenn es um das Twittern geht.

Die Geschichte: Trump verbrachte den Montagabend damit, erboste Twitterbotschaften auf seinem eigenen Account zu retweeten. Botschaften, in denen andere Nutzer ihrer Wut auf CNN und besonders dessen Reporter Jeff Zeleny Luft machten. Inhaltlich ging es um die Frage eines möglichen Wahlbetrugs: Trump hatte zuletzt in etwa behauptet: Es muss Betrug gegeben haben, sonst hätte ich höher gewonnen. Zeleny nannte Trump daraufhin unter anderem einen "beleidigten Gewinner" (a sore winner).

Wütende Botschaften

Unter den wütenden Twitter-Botschaften, die Trump über seinen eigenen Account retweetete, war auch der Tweet eines Sechzehnjährigen, der bei Twitter @filibuster heißt und inzwischen über die US-Grenzen hinaus bekannt ist. Der jugendliche Trump-Anhänger bezog sich mit seinem Tweet ausdrücklich auf Jeff Zeleny und schrieb: "Jämmerlich - sie haben keinen hinreichenden Beweis dafür, dass Donald Trump nicht von Wahlbetrug betroffen gewesen wäre, schäm Dich!"

Donald Trump zitierte das. Aber nicht wörtlich: Er fügte dem Tweet des 16-Jährigen noch den Zusatz "bad reporter" hinzu. Sowas fällt natürlich sofort auf. Woraufhin sich @Filibuster genötigt sah, darauf hinzuweisen, dass diese beiden Wörter nicht Teil seines Original-Tweets gewesen seien.

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Inzwischen mockierte sich die Presse darüber, dass der künftige Präsident den Beitrag eines Sechzehnjährigen retweetet. @Filibuster twitterte später genervt, auch CNN zeige immer noch seinen Tweet. Er stellte auch die Frage, warum sein Alter eigentlich relevant sei?

"Warum Donald Trump sich nicht ändern wird"

Inzwischen gibt es nicht nur auf CNN gleich mehrere Berichte und Reaktions-Stücke nur über diesen Tag. Auch viele andere Medien, darunter auch im Ausland, bereiten die Geschichte genüsslich auf. So schreibt auch die "Washington Post": "Donald Trump zieht gegen CNN in den Krieg. Mal wieder." Das Blatt folgert: "Im Moment signalisiert er den Journalisten, dass er so regieren wird, wie er Wahlkampf führte". Und auch CNN titelte fast schon frustriert in seiner Online-Ausgabe: "Warum Donald Trump sich nicht ändern wird."

(jcs/tgs)

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