Genf
Verhandlungen zwischen USA und Iran unterbrochen - Vizepräsident Vance erhebt Vorwürfe

Die USA und der Iran haben ihre womöglich entscheidenden Atomverhandlungen nach rund drei Stunden vorerst unterbrochen. Die Delegationen beider Staaten kämen in Genf nun jeweils zu eigenen Beratungen zusammen, schreibt die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.

    Genf: Polizeibeamte stehen Wache, als die US-Delegation in der Residenz des omanischen Botschafters eintrifft, wo die indirekten Nukleargespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stattfinden.
    Dritte Verhandlungsrunde zwischen USA und Iran in Genf (KEYSTONE / dpa / Martial Trezzini)
    Am Abend sollen die Verhandlungen demnach fortgesetzt werden. Die Vereinigten Staaten wollten vor allem verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Teheran betonte, die Kernenergie nur zu zivilen Zwecken nutzen zu wollen. Zuletzt übermittelte der Iran den Entwurf für ein neues Atomabkommen. Die USA waren in der ersten Amtszeit von Präsident Trump aus dem bisherigen Vertrag von 2015 ausgestiegen. In der Folge hielt sich auch der Iran nicht mehr an die Vorgaben.
    Trump hatte den Druck auf Teheran in den vergangenen Wochen deutlich erhöht und unter anderem zwei Flugzeugträger in die Region entsandt. Der US-Präsident droht mit einem Angriff, sollte der Iran zu keinem Abkommen bereit sein.

    Neue Vorwürfe von US-Vizepräsident Vance

    Nach Angaben von Vizepräsident Vance haben die USA Hinweise darauf, dass Teheran seit den US-Angriffen vom Juni sein Atomprogramm wieder aufbaut. Vance sagte vor Journalisten, das Prinzip sei sehr einfach: Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben.
    US-Außenminister Rubio warf dem Iran zudem vor, Interkontinentalraketen zu entwickeln. Man habe bereits beobachten können, wie der Iran die Reichweiten jener Raketen erhöht habe, über die das Land bereits verfüge, sagte Rubio. Es sei klar, dass sich der Iran auf dem Weg dazu befinde, eines Tages Waffen entwickeln zu können, die die USA erreichen könnten. 

    Weiterführende Informationen

    Bericht über die Iran-USA-Gespräche in Genf (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 26.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.