
Der SPD-Politiker betonte, die NATO sei ein Staatenbündnis und kein Regierungsbündnis. Daher müssten alle Beteiligten mit unterschiedlichen Meinungen umgehen und diese aushalten. US-Präsident Trump hatte gestern seine Kritik an den europäischen Verbündeten erneuert. Er sagte, die USA seien im Krieg gegen den Iran im Stich gelassen worden.
Pistorius: Einigung über Kauf von Tomahawk in Reichweite
Eine Einigung mit den USA über den Kauf von Mittelstreckenwaffen hält Pistorius für möglich. Auf dem NATO-Gipfel in Ankara gebe es Bewegung, aber noch keine Ergebnisse, sagte der Verteidigungsminister. Es gebe bei den Mittelstreckenwaffen eine wichtige strategische Lücke in der Abschreckung, die man schließen wolle. US-Präsident Trump hatte im Mai die vereinbarte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland abgesagt. Der Kauf wäre eine Alternative dazu.
Zu den Ankündigungen aus Washington, die militärischen Fähigkeiten in Europa zu verringern, äußerte sich Pistorius gelassen. Dies sei bislang nicht konkretisiert. Außerdem sei man sich einig, dass alles, was abgezogen werde, auch ersetzt werden müsse, sagte der SPD-Politiker.
Am zweiten Tag des NATO-Treffens steht auch die weitere Unterstützung der Ukraine im Mittelpunkt. Dabei soll auch neue Militärhilfe in Höhe von jeweils 70 Milliarden Euro für dieses und das kommende Jahr offiziell beschlossen werden. Pistorius zeigte sich zuversichtlich, dass die USA die Ukraine weiterhin unterstützen werden. Mit Blick auf den Nahen Osten forderte der deutsche Minister den Iran auf, Angriffe auf die freie Schifffahrt einzustellen, um einen stabilen Waffenstillstand zu ermöglichen.
Diese Nachricht wurde am 08.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



