Gedenken an Hitler-Attentat
Weiße-Rose-Stiftung nennt AfD-Kranz für NS-Opfer "Missbrauch"

Die Kranzniederlegung der AfD bei der Gedenkstunde für Opfer des NS-Widerstandes sorgt weiter für Kritik.

    Tobias Korenke (2.v.r), Großneffe von Dietrich und Klaus Bonhoeffer und Enkel von Rüdiger Schleicher, zerstört während einer Gedenkveranstaltung im Ehrenhof des Bendlerblocks den Kranz der AfD.
    Tobias Korenke (2.v.r), Großneffe von Dietrich und Klaus Bonhoeffer und Enkel von Rüdiger Schleicher, zerstört während einer Gedenkveranstaltung im Ehrenhof des Bendlerblocks den Kranz der AfD. (Sebastian Christoph Gollnow / dpa / Sebastian Gollnow)
    Die Vorsitzende der Weiße-Rose-Stiftung, Kronawitter, verurteilte die Aktion und zeigte Verständnis für das Handgemenge, das es bei der Kranzniederlegung gegeben hatte. Sie könne sehr gut verstehen, dass Nachfahren von Opferfamilien die Handlung der AfD nicht aushielten, sagte Kronawitter. Sie sprach von einer Provokation. Vor einigen Jahren habe es eine Plakataktion der AfD gegeben, wonach Sophie Scholl die Partei wählen würde. Mit solchen Aktionen wolle sich die AfD gewissermaßen reinigen von dem, was sie sonst von sich gebe, so Kronawitter.
    Bei der gestrigen Gedenkfeier der Bundesregierung zum Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 wollte ein Großneffe des NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer einen Kranz der AfD-Bundestagsfraktion entfernen.
    Diese Nachricht wurde am 21.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.