
Wichtigster Handelspartner des Iran in der EU
Von Januar bis November 2025 sanken die Exporte in die Islamische Republik um ein Viertel auf knapp 871 Millionen Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Das entspricht nicht einmal einem Anteil von 0,1 Prozent an den gesamten deutschen Ausfuhren. Dennoch gilt Deutschland als wichtigster Handelspartner des Iran in der Europäischen Union. 2024 insgesamt waren die deutschen Iran-Exporte noch um sechs Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gewachsen.
Vor allem Nahrungsmittel werden importiert
Einer Auswertung des bundeseigenen Wirtschaftsförderers Germany Trade and Invest (Gtai) zufolge machten chemische Produkte 2024 etwa ein Drittel der deutschen Iran-Lieferungen aus, ebenso wie Maschinen. Fast die Hälfte der Importe entfielen auf Nahrungsmittel wie Pistazien, gefolgt von Rohstoffen (26,1 Prozent) und chemischen Erzeugnissen (12,0 Prozent).
Autoindustrie mit Produktionsstätten im Iran
Einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge gibt es trotz der Sanktionen iranische Produktionsstätten von Auto- und Nutzfahrzeugen europäischer Bauart. Demnach werden etwa Fahrzeuge des deutschen Herstellers Daimler Truck in einem Werk in Eslamabad gebaut. Die Rechte dafür seien schon zu Zeiten des Schahs vor der Islamischen Revolution im Iran vergeben worden.
Kritik aus Israel
Am deutschen Iran-Geschäft gab es in der Vergangenheit immer wieder scharfe Kritik aus Israel. Botschafter Prosor warf der Bundesrepublik vor, damit Terror zu finanzieren. Iran unterstützt unter anderem die Hisbollah im Libanon und die Hamas in Gaza. Beide Milizen kämpfen seit Jahren gegen den Staat Israel und erkennen dessen Existensrecht nicht an.
Handelsvolumen mit EU schrumpft
Das Handelsvolumen zwischen dem Iran und der Europäischen Union erreichte von Januar bis Juli insgesamt 2,2 Milliarden Euro, wie die DIHK unter Bezug auf Daten des EU-Statistikamts mitteilte. Dies entspricht einem Rückgang von 22 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Weitere US-Sanktionen drohen
Zuletzt hatte US-Präsident Trump auf seiner privaten Kommunikationsplattform all jenen Ländern gedroht, die mit dem Iran Handel treiben, auf Einfuhren in die USA einen Strafzoll von 25 Prozent zu erheben. Dies richtete sich vor allem gegen Länder wie China, Russland aber auch die Türkei. Allerdings hat das Weiße Haus in Washington bislang nicht mitgeteilt, auf welcher Rechtsgrundlage dies geschehe oder ob Trump ein Dekret erlassen hat. Ungeachtet dessen steht die Drohung verschärfter Sanktionen im Raum und dürfte auch Einfluss auf das weitere Irangeschäft haben.
Diese Nachricht wurde am 15.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.





