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WeltklimagipfelPeking will CO2-Emissionen drastisch senken

Chinas Staatspräsident Xi Jinping spricht bei der Weltklimakonferenz in Paris. (AFP/Alain Jocard)
Xi Jinping will die CO2-Emissionen in China bis 2030 um 60 bis 65 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. (AFP/Alain Jocard)

So viele waren es noch nie bei einer Klimakonferenz: 151 Staats- und Regierungschefs sind in Paris, um etwas gegen die Erderwärmung zu tun. US-Präsident Barack Obama forderte zum Auftakt des 12-tägigen Gipfels deutliche Maßnahmen - die Chinas Staatschef Xi Jinping dann gleich auch ankündigt.

Chinas Staatspräsident Xi Jinping sagte, extreme Ereignisse brauchten extreme Antworten. Die Staatengemeinschaft müsse zu einer Einigung kommen. Xi führte aus, bis 2030 wolle China seine CO2-Emissionen um 60 bis 65 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Xi betonte aber auch, es sei wichtig, die Entwicklungsländer zu unterstützen und deren legitime Wirtschaftsinteressen zu respektieren. So müsse man dafür sorgen, dass die Armut weiter bekämpft werde. 

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama die Dringlichkeit eines konkreten Vertragsabschlusses angemahnt. Es sei schon fast zu spät zum Handeln, sagte er im Konferenzzentrum in Le Bourget bei Paris. Man sei die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spüre, und die letzte, die etwas dagegen tun könne. Die 14 wärmsten Jahre seien allesamt in dieses Jahrtausend gefallen. 2015 sei das wärmste Jahr gewesen, das es je gegeben habe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, es sei ein faires, umfassendes, ambitioniertes und verbindliches Abkommen nötig.

Microsoft-Gründer Bill Gates stellte an der Seite von Obama in Paris eine Initiative von bekannten Unternehmern vor, mit der neuartige technologische Projekte im Kampf um den Klimawandel gefördert werden sollen. Neben IT-Größen wie Amazon-Chef Jeff Bezos und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg finden sich auch andere Top-Unternehmer auf der Liste der "Breakthrough Energy Coalition", darunter Aliko Dangote, der reichste Geschäftsmann Afrikas, und Virgin-Gründer Richard Branson. Sie wollen sich mit einem Teil ihres Vermögens an der Erforschung sauberer Energie beteiligen. Rund 20 Staaten kündigten ihre Unterstützung an.

 

"Es geht um nichts weniger als die Zukunft des Planeten"

Frankreichs Präsident Francois Hollande wies in seiner Rede zur Eröffnung auf die Bedeutung des Treffens hin. "Mit dieser Klimakonferenz geht es um den Frieden." Der Klimawandel führe zu Kriegen. Hollande betonte: "Nie zuvor stand bei einem internationalen Treffen so viel auf dem Spiel, denn es geht um die Zukunft des Planeten, die Zukunft des Lebens." Er reichten keine Absichtserklärungen, um die Klimakrise zu lösen. Keine Region dürfe sich selbst überlassen werden.

Ähnlich äußerte sich UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Es gibt keine Zeit mehr, zu warten", mahnte er. Die Vertreter der 195 beteiligten Staaten rief er zu Kooperation und Flexibilität auf. "Ein politischer Moment wie dieser kommt vielleicht nicht wieder."

Ziel der UNO-Konferenz ist es, bis zum 11. Dezember ein weltweites Abkommen auszuhandeln. Es soll alle Staaten verbindlich verpflichten, nationale Maßnahmen zur Begrenzung der globalen Erderwärmung um höchstens zwei Grad durchzuführen. Umstritten sind mögliche Kontrollen und Sanktionen. Die neuen Vereinbarungen sollen 2020 das Kyoto-Protokoll ablösen, das bislang nur den Industriestaaten eine Minderung ihrer Treibhausgase vorschreibt.

Die Delegierten wählten den französischen Außenminister Laurent Fabius zum Vorsitzenden der Konferenz. Er versprach, alle Positionen bei den knapp zweiwöchigen Beratungen zu berücksichtigen und diese auch transparent zu machen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte im Vorfeld, sie rechne mit schwierigen Verhandlungen. 

Gedenken an Anschläge von Paris

Zu Beginn der Konferenz legten die Delegierten eine Schweigeminute für die 130 Opfer der Anschläge in Paris ein. Die Sicherheitsvorkehrungen waren wegen des Attentats verschärft worden. In Le Bourget und Paris sind insgesamt rund 9.000 Polizisten im Einsatz, um die Veranstaltung zu sichern. Frankreichs Präsident Hollande betonte in seiner Eröffnungsrede, dass der Kampf gegen den Terror und gegen die Erderwärmung zwei weltweite Herausforderungen seien, die in Angriff genommen werden sollten, denn "wir müssen unseren Kindern nicht nur eine Welt ohne Terror hinterlassen, sondern wir schulden ihnen auch eine Welt, die vor Katastrophen geschützt wird".

(hba/bor/dau/fwa)

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