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Wenn Frauen erzählenStorytelling gegen den patriarchalen Blickwinkel

Die Erzählweise in Kino und Fernsehen sei auch heute noch von einer männlichen Perspektive geprägt, sagte die Dramaturgin Katrin Merkel im Dlf. Bei der sogenannten "Heldenreise" etwa stehe ein männlicher Held im Mittelpunkt. Die Polit-Serie "Borgen" ist für Merkel allerdings ein gelungener Gegenentwurf.

Katrin Merkel im Gespräch mit Juliane Reil | 02.11.2018

Der Shootingstar der dänischen Politik Birgitte Nyborg Christensen (Sidse Babett Knudsen) inmitten von Journalisten und ihrer Familie. Eine Szene aus der ersten Folge («Wahlkampf») der Serie «Borgen - Gefährliche Seilschaften" |
Die Polit-Serie "Borgen - Gefährliche Seilschaften" - gelungenes Beispiel für weibliches Storytelling (WDR / Arte France (Mike Kollöffel))
Starke Frauen und gute Geschichtenerzählerinnen gebe es im Kino und im Fernsehen viele, nur bekomme man sie nicht so oft mit, sagte die Dramaturgin Katrin Merkel im Deutschlandfunk. Vor und hinter der Kamera dominierten nach wie vor Männer.
"FilmStoffEntwicklung" ist eine Fachkonferenz zum Thema Stoffentwicklung und Storytelling für Bewegtbild-Formate, die am 3. November Berlin stattfindet. Eine Diskussionsrunde auf der diesjährigen Konferenz befasst sich mit weiblichem Storytelling. Die Dramaturgin und Dozentin Katrin Merkel leitet sie.
Die Heldenreise dreht sich um den männlichen Helden
Die Art, wie Geschichten erzählt werden, sei stark von einer männlichen Sichtweise gesprägt, sagte Merkel. Schon in der dramaturgischen Theorie zur Stoffentwicklung würde das rein begrifflich deutlich. Dort gäbe es die sogenannte Heldenreise. Im Mittelpunkt steht ein männlicher Held.
Als gelungenes Beispiel für weibliches Storytelling nannte Merkel die dänische Serie "Borgen", in der eine selbstständige Frau im Vordergrund steht. Die Handlung sei komplexer. Darüber hinaus plädierte Merkel für die Einführung einer Frauenquote.