
Die Europäische Union müsse zeigen, dass sie erweiterungsfähig sei, fügte er hinzu. Einige Staaten seien schon so weit, insbesondere das Gastgeberland Montenegro. Gestern hatten Frankreich und Deutschland ein Papier in Umlauf gebracht, in dem sie neuen Schwung für die EU-Erweiterung forderten. Darin warben sie unter anderem für einen schrittweisen Integrationsprozess. Konkret sollen Kandidaten schon vor Vollzug des Beitritts unter bestimmten Umständen vollen Zugang zum europäischen Binnenmarkt bekommen.
Der UNO-Beauftragte für Bosnien und Herzegowina, Schmidt, begrüßte ein solches Vorgehen. Er sagte im Deutschlandfunk, bislang habe man beim EU-Beitritt immer nach dem Prinzip ”100 Prozent oder gar nichts” gearbeitet. Stattdessen müsse man stufenweise vorgehen und könne zum Beispiel jungen Start-Ups den Weg zum Binnenmarkt öffnen. Grundsätzlich gehe es darum, die Menschen auf dem Westbalkan zu gewinnen - und hier sei die EU kommunikativ "stark verbesserungsbedürftig".
"Große Erwartungen" in Montenegro
Der Leiter der Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Serbien und Montenegro, Devcic, sprach - ebenfalls im Deutschlandfunk - von großen Erwartungen an das Treffen. Es sei das erste Mal seit der Unabhängigkeit vor 20 Jahren, dass ein Gipfel dieser Größenordnung in Montenegro stattfinde. Das Land habe den ambitionierten Plan, 2028 der Europäischen Union beizutreten. Dafür müssten in diesem Jahr noch mehrere Vorgaben erfüllt werden. Devcic führte aus, dass ein EU-Beitritt Montenegros auch positive Effekte auf andere Länder des Westbalkans haben könnte.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm:
Westbalkan-Gipfel der Europäischen Union: EU-Bewerber in der Warteschleife (Audio)
Westbalkangipfel – Warum Montenegro und Albanien Klassenbeste sind (Audio)
Westbalkangipfel in Tivat: Gibt es Fortschritt im Hinblick auf die EU-Mitgliedschaft für „die anderen Staaten“? (Audio)
Diese Nachricht wurde am 05.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
