Dienstag, 26.05.2020
 
Seit 15:35 Uhr @mediasres
StartseiteSport AktuellErste Absage in Friedenszeiten01.04.2020

WimbledonErste Absage in Friedenszeiten

Das wohl berühmteste Tennisturnier der Welt wird in diesem Jahr nicht stattfinden: Der All England Club sagte das Grand Slam in Wimbledon komplett ab. Im kommenden Jahr soll das Turnier wieder gespielt werden.

Von Jens-Peter Marquard

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Das Stadion bei schönem Wetter (Alexey Filippov/RIA Novosti /picture alliance / dpa)
Der Centre Court in Wimbledon (Alexey Filippov/RIA Novosti /picture alliance / dpa)
Mehr zum Thema

Coronakrise bringt Vereine in finanzielle Schwierigkeiten Bundesliga: Geht den Vereinen das Geld aus?

Terminverlegung von Tokio 2020 "Das ist eine Herkules-Aufgabe"

Debatte über Absage des Großevents Guillou: "Die Tour de France ist Teil des französischen Erbes"

Reitturnier abgesagt CHIO muss in Lauerstellung bleiben

Sporthilfe Förderung soll bis Olympia voll weiterlaufen

IOC-Mitglied zur Olympia-Verschiebung "Ich bin nicht der Meinung, dass es zu spät war"

Mit großem Bedauern, so heißt es in der schriftlichen Erklärung des All England Club, habe der Vorstand das Turnier in Wimbledon für dieses Jahr abgesagt. Die 134. Ausgabe des traditionsreichsten Tennisturniers der Welt werde stattdessen vom 28. Juni bis 11. Juli 2021 ausgespielt.

Ian Hewitt, der Präsident des Klubs, wird in der Erklärung mit den Worten zitiert, die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, aber aus Rücksicht auf die öffentliche Gesundheit und das Wohlergehen der Teilnehmer und Besucher notwendig gewesen.

Keine Verschiebung möglich

Hewitt erinnerte daran, dass das Turnier, das zum ersten Mal 1877 ausgetragen wurde bisher nur während des Ersten und des Zweiten Weltkriegs ausfallen musste. Die Absage jetzt bedeutet also den ersten Wimbledon-Ausfall in Friedenszeiten.

Eine Verschiebung des Turniers in den Spätsommer sei nicht möglich gewesen, erklärte der Club. Auch weil nicht absehbar sei, wann es wieder sicher sei, eine solche Großveranstaltung abzuhalten. Judy Murray, die Tennistrainerin und Mutter des britischen Tennishelden Andy Murray, wies auch darauf hin, dass man ja in Wimbledon auf Naturrasen Spiele.

Zu kurze Tage im Spätsommer

Rasen braucht die langen Tage, um sich im Tageslicht einigermaßen bis zum Ende des Turniers halten zu können. Judy Murrays Sohn Jamie, Andys Bruder und einer der weltbesten Doppel- und Mixed-Spieler, hatte schon vor der Entscheidung auf das Problem der kürzeren Tage hingewiesen:

"Jede Woche später wird es früher dunkel. So wie bisher kann man das Turnier dann nicht über die Bühne bringen, denn normalerweise spielen wir da bis neun oder zehn Uhr am Abend."

Keine Kollision mit anderen Turnieren

Wimbledon wäre an einem späteren Termin auch mit den anderen Turnieren im Tenniskalender kollidiert, die noch nicht abgesagt sind. Und die Spieler hätten vielleicht ohne ausreichende Vorbereitung von Sand auf Rasen und später auf die Hartplätze wechseln müssen und dabei Verletzungen riskiert.

Anders als die Pariser Veranstalter hatten sich die Londoner vor ihrer Entscheidung mit den internationalen Tennisverbänden abgestimmt. Eine gute Nachricht hatte der All England Club heute aber auch: Diejenigen, die das Glück hatten, für das diesjährige Turnier eine der begehrten Eintrittskarten zu ergattern, können aufatmen. Die Karten behalten ihre Gültigkeit für das Turnier im kommenden Jahr. Man kann die Tickets aber auch zurückgeben und bekommt dann das Geld zurück.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk