"Generation Deutschland"
Wirrer Auftritt Alexander Eichwalds bei AfD-Jugendkongress in Gießen löst weiter Irritationen aus

Der Auftritt eines Bewerbers beim Gründungskongress der neuen AfD-Jugendorganisation "Generation Deutschland" in Gießen sorgt innerhalb der Partei und außerhalb weiterhin für Irritationen.

    Anzeigetafeln mit der Aufschrift "Gründung der AfD-Jugendorganisation"
    Gründung der AfD-Jugendorganisation in den Hessenhallen in Gießen (picture alliance / Revierfoto)
    Der Mann trat als Alexander Eichwald ans Rednerpult, äußerte völkische Ansichten und weckte durch seinen Redestil bei einigen Hitler-Assoziationen, zum Beispiel durch ein rollendes "R". Manche vermuten dahinter eine Täuschung oder eine Satireaktion, um der Partei zu schaden.

    Eichwald bekräftigt: Auftritt bei AfD-Jugendkongress in Gießen war ernst gemeint

    Eichwald selbst bekräftigte gegenüber der Bild-Zeitung, sein Auftritt sei ernst gemeint gewesen. Seinen teils wirren Auftritt erklärte er mit der Notwendigkeit, seine auf zehn Minuten konzipierte Rede um die Hälfte gekürzt haben zu müssen, und mit seinem Migrationshintergrund als Russlanddeutscher.
    Ähnlich hatte er sich bereits beim Verlassen des Veranstaltungsorts gestern geäußert.

    AfD prüft Parteiausschluss Alexander Eichwalds

    Der AfD-Vorsitzende Chrupalla teilte mit, man prüfe den fragwürdigen Auftritt. Mit dem Inhalt sowie der Art und Weise seines Bewerbungsvortrags habe sich Eichwald von den Grundsätzen der Partei distanziert. Der Bundesvorstand missbillige das ausdrücklich. Ihm droht nun ein Parteiausschluss.
    Der Mann kommt laut Chrupalla aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen. Er sei am 5. Oktober dieses Jahres in den Kreisverband Herford aufgenommen worden, den Beitritt zur Jugendorganisation habe er am 15. Oktober erklärt.

    Eichwald in Gießen: "Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam"

    Eichwald, der sich in einem auffälligen blauen Dinnersakko für einen Posten im Vorstand beworben hatte, sprach die Teilnehmer mit "Parteigenossen und -genossinnen" an und rief in den Saal: "Die Liebe und Treue zu Deutschland teilen wir uns hier gemeinsam" und "es ist und bleibt unsere nationale Pflicht, die deutsche Kultur vor Fremdeinflüssen zu schützen".
    Der Auftritt sorgte bereits unter den Kongressteilnehmern für Verwunderung. Eichwald wurde unter großem Beifall gefragt, ob er ein V-Mann des Verfassungsschutzes sei.

    Fotos von früheren Auftritten Eichwalds als Kunstfigur "Alex Oak" aufgetaucht

    In den Sozialen Medien und in Medienberichten wurde darauf hingewiesen, dass Eichwald früher unter dem Künstlernamen "Alex Oak" aufgetreten sei. Es sei jedoch versucht worden, alle Konten diesbezüglich auf Internetplattformen zu löschen. Eichwald bestritt, die Kunstfigur zu sein.
    Diese Nachricht wurde am 30.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.