
Vor der heutigen Beratung im Bundesrat sagte der Präventionsexperte der Krankenkasse, Oliver Huizinga, im NDR, ein hoher Zuckerverzehr sei ein Faktor für Übergewicht und Adipositas. Adipositas verursache darüber hinaus einen volkswirtschaftlichen Schaden von jährlich etwa 63 Milliarden Euro. Man habe hier also ein wichtiges Argument, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Ähnlich hatten sich in der Vergangenheit zahlreiche andere Fachleute und Verbände geäußert. Ob die Initiative aber politisch mehrheitsfähig ist, gilt als offen. Der CDU-Bundesparteitag im Februar hatte die Initiative seines Landesverbands Schleswig-Holstein abgelehnt. Der Ministerpräsident des Bundeslandes, Günther, will heute eine Initiative zur Einführung einer Zuckersteuer über den Bundesrat anzustoßen. Dies hatte der CDU-Politiker bereits zu Weihnachten angekündigt. Sollte die Länderkammer die Initiative mehrheitlich billigen, müsste sich der Bundestag damit befassen.
In Großbritannien beispielsweise gibt es bereits eine Zucksteuer. Huizinga betonte, und wer habe sich zuletzt bei einem Urlaub dort schon bevormundet gefühlt, weil weniger Zucker in den Getränken sei? Im Gegenteil. Die Menschen begrüßten es ja, wenn es ihnen im Alltag leichter falle, gesunde Entscheidungen zu treffen. In Großbritannien betrage die Zuckerreduktion rund 30 Prozent. In Deutschland habe man auf freiwilliger Basis gerade einmal einen Rückgang von zwei bis neun Prozent erzielt.
Diese Nachricht wurde am 27.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
