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Zweifel an Attest
Uni Hohenheim lässt Prüflinge durchrasseln

Während einer Prüfung an der Universität Hohenheim wurde es 37 Studierenden – angeblich - schwindlig. Sie verließen nacheinander den Raum und ließen sich ihr Unwohlsein mit einem Attest von ein und demselben Arzt bestätigen. Jetzt geht die Universität dagegen vor.

Von Thomas Wager | 18.06.2018

Außenansicht der Uni Hohenheim
An der Uni Hohenheim haben Studierende ihre Prüfung abgebrochen (picture alliance / Sina Schuldt/dpa)
Die plötzliche Schwindsucht während der Klausur. Oder die große Übelkeit beim ersten Blick auf die Aufgaben. Soll vorkommen – und ist vorgekommen – an der Universität Hohenheim bei Stuttgart: Gleich 37 Prüflinge haben sich dort nach Beginn der Klausur krankgemeldet – und sich das auch vom Arzt bestätigen lassen. Nur: Das hatte, so Uni-Sprecher Florian Klebs, einen kleinen Schönheitsfehler: "Alle Atteste waren vom gleichen Arzt: Die Atteste teilten sich in zwei Gruppen mit zwei Diagnosen. Die eine Diagnose ist Übelkeit, Erbrechen. Und die anderen Schwindel und Sehstörungen. Und keines der Atteste hatte eine Tiefe. Und es gibt auch Zweifel, wie es möglich gewesen ist, so viele Studierende ordnungsgemäß zu untersuchen."

Kurzum: Die Uni erkannte die Atteste nicht an. 33 der 37 Prüflinge, die den Prüfungsraum verließen, rasselten somit durch die Prüfung, die vier übrigen Fälle prüft die Uni noch.
103 Atteste vom gleichen Arzt vorgelegt
Durch den jüngsten Fall hellhörig geworden, nahm sich die Uni mittlerweile weitere Atteste vor, die Studierende in der Prüfungswoche vor den Semesterferien vorgelegt hatten, wiederum ausgestellt von ein- und demselben Arzt:
"Das sind 103. Und wir sind auch bei diesen Fällen zu dem Ergebnis gekommen, dass mit dem Verdacht, den wir jetzt hegen, hat sich die Universität entschieden hat, auch die 103 nicht anzuerkennen",
so Uni-Sprecher Florian Klebs. Dabei wird die Hochschulleitung in ihrem Vorgehen auch von der Studierendenvertretung unterstützt.
Keine Wiederholungschance für Studierende
"Der Asta distanziert sich klar von diesem Verhalten, dass man sagt: Man bricht die Klausur während der Prüfung ab."
Besonders, so Asta-Vorsitzender Benedikt Schönen, unter den bekannten Begleitumständen. Dass die Uni die betroffenen 33 Studierenden durch die Prüfung rasseln ließ ohne Wiederholungschance, hält Schönen für richtig.
"Unser Ziel ist schon, eine Chancengleichheit für alle zu wahren. Und deswegen möchten wir schon die Sache universitätsintern klären. Allerdings möchten wir schon die schützen, die die Klausur ernst nehmen und ernsthaft geschrieben haben. Das ist uns ein großes Anliegen."
Beschwerden auch von anderen Studierenden
Und auch das der Hochschulleitung: "Und zwar gab es Beschwerden von den Leuten, die ordnungsgemäß an teilgenommen, die Klausur geschrieben haben. Dass in der Stunde Klausur ein langer, langer Zeitraum, die Leute aufgestanden sind, abgebrochen haben, vorgelaufen sind, zum Teil lautstark ihren Kram zusammengepackt haben. Dass wir also die ganze Zeit große Unruhe im Raum hatten."