Mittwoch, 21.10.2020
 
Ein Mikrofon im Tonstudio in warmer Lichtstimmung (Eyeem / Janja Milosevic)

"Musik und Fragen zur Person" – so lautet der Untertitel dieser Sendereihe. Die persönliche Musikauswahl eines Gastes charakterisiert ihn ebenso wie das Gespräch über sein Leben und Schaffen. Einem Gast ausführlich Zeit und Raum zu geben – das ist das Hauptanliegen der "Zwischentöne". Der Hörer wird eingeladen, sich ganz auf den Studiogast einzulassen und Facetten zu entdecken, die oft überraschend sind. Die Gäste sind in der Regel Menschen, die zum Kultur- und Geistesleben der Gesellschaft gehören.

Nächste Sendung: 25.10.2020 13:30 Uhr

Zwischentöne
Musik und Fragen zur Person
Der Autor und Philosoph Martin Burckhardt im Gespräch mit Florian Felix Weyh

Ein Sounderlebnis als Initialzündung: Mitte der 80er-Jahren arbeitete Martin Burckhardt mit Johannes Schmölling von Tangerine Dream an einem Hörstück. Schmölling spielte einen Synthesizer, jene revolutionäre Maschine, die Musik körperlos aus Strom erzeugte. Burckhardt fing Feuer - und interessierte sich alsbald mehr für die Maschine als für die Musik. Heute ist der 1957 geborene Autor und Philosoph ein tiefgründiger, zugleich aber verspielter Vor- und Nachdenker der digitalen Welt.
Der Computer begann nicht mit Konrad Zuse, sagt Burckhardt, sondern mit Uhrwerk und mechanischen Webstühlen - oder vielleicht sogar schon mit Erfindung des Alphabets. Seit seinem Erstling „Metamorphosen von Raum und Zeit“ (1994) versucht er den Blick der digitalen Gesellschaft auf ihre wahren Ursprünge zu lenken. Mal anspruchsvoll wie in der „Philosophie der Maschine“, mal unterhaltsam-leicht wie in der „Kurzen Geschichte der Digitalisierung“ (beide 2018). Scheinbar mühelos vereint sich in Burckhardts Universum das Schwere mit dem Leichten: Neben akademischen Lehraufträgen, Übersetzungen vergessener Philosophietexte und der Gründung des Kadmos Verlags, entwarf er Computerspiele und schrieb den Thriller „Score“ (2015). Dass er dabei immer wieder aufs Zeitalter der Renaissance zurückkommt, liegt vielleicht daran, dass er wie die damaligen Gelehrten keine Grenzen zwischen den Disziplinen akzeptiert.
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"Zwischentöne" zum Nachhören

Die komplette Originalfassung der Sendung steht Ihnen sieben Tage zur Verfügung, die Podcast-Fassung zum Herunterladen – mit ausgeblendeter Musik – ist danach weiterhin zu hören.

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