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StartseiteInterview"Es passiert zu wenig"03.01.2015

Europäische Flüchtlingspolitik"Es passiert zu wenig"

Die Menschenschlepper im Mittelmeer haben eine neue Taktik entworfen, Flüchtlinge nach Europa zu bringen. Mit Autopilot-Frachtern ließen sich weiter große Gewinne machen, sagte Karl Kopp von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl im DLF. Europa müsse seine Politik ändern, um das Problem zu beheben.

Karl Kopp im Gespräch mit Jürgen Zurheide

Ein Frachter mit mehreren Hundert Flüchtlingen legt im Hafen der kalabrischen Stadt Crotone an. (AFP)
Ein Frachter mit mehreren Hundert Flüchtlingen legt im Hafen der kalabrischen Stadt Crotone an. (AFP)
Weiterführende Information

Spanische Exklave Melilla - Illegales Vorgehen gegen Flüchtlinge?
(Deutschlandfunk, Europa heute, 02.01.2015)

Flüchtlingspolitik - CSU startet neue Asyldebatte
(Deutschlandfunk, Informationen am Mittag, 02.01.2015)

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(Deutschlandfunk, Aktuell, 31.12.2014)

Angesichts der erhöhten Abwehrhaltung Europas im Mittelmeer hätten die Schleuser im Mittelmeer ihr Geschäftsmodell angepasst, so der Europareferent von Pro Asyl. Anstatt Flüchtlinge mit kleinen Booten nach Europa zu bringen, würden Schlepper nun größere Schiffe kaufen und diese mit einer Autopilotprogrammierung Richtung EU schicken - unter menschenverachtenden Bedingungen.

Die Abwehrhaltung der EU ist aus Kopps Sicht das Problem. Er fordert: "Ihr müsst euch überlegen, wie Menschen legal und gefahrenfrei nach Europa kommen." Es brauche proaktive Aufnahmeprogramme für Flüchtlinge. Europa aber "macht nichts im Mittelmeer". Die Bundesregierung und auch die EU-Kommission in Brüssel sähen keinen Handlungsbedarf und würden sich weiter auf die Schlepperbekämpfung fokussieren.

Aufnahme-Klima in Deutschland gefährdet

Die Vorschläge der CSU zum Umgang mit Flüchtlingen hält Kopp für wenig hilfreich. "Man muss aufpassen, dass man durch diese innenpolitischen Debatten das Klima nicht vergiftet", so Kopp. Eigentlich gebe es ein gutes zivilgesellschaftliches Netzwerk mit einer großen Bereitschaft zu helfen. Im Moment sei dieses aber durch rechtpopulistische Tendenzen gefährdet.

Das Interview können Sie noch ein halbes Jahr lang in unserem Audio-on-demand-Bereich nachhören.

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