Wissenschaft im Brennpunkt / Archiv /

 

Geheimsache: Pillentest

Wie Studienergebnisse gezielt verschleiert werden

Von Thomas Liesen

Schaden und Nutzen von Medikamenten sind nicht immer leicht festzustellen. (picture alliance / dpa)
Schaden und Nutzen von Medikamenten sind nicht immer leicht festzustellen. (picture alliance / dpa)

Jeder Patient, der ein Medikament einnimmt, und jeder Arzt, der ein Medikament verschreibt, muss sich auf eines verlassen können: dass es wirkt. Denn schließlich hat es vor der Zulassung in Klinischen Studien ihre Wirkung unter Beweis stellen müssen – an Hunderten oder gar Tausenden von Freiwilligen.

Doch kritische Forscher haben in jüngster Zeit aufgedeckt: Der Schein trügt. Denn die Macher Klinischer Studien manipulieren auf vielfältige Weise die Ergebnisse der Medikamententests. Beliebter Trick: Nur Ergebnisse, die das Mittel gut aussehen lassen, werden öffentlich gemacht. Studienergebnisse, die gegen das Medikament sprechen, bleiben dagegen in der Schublade. Folge: Die Wirkung von Medikamenten wird überschätzt, Nebenwirkungen unterschätzt.

Vor Jahren schon haben einzelne Länder mit Gesetzen reagiert. Das Problem ist erkannt. Ist es damit auch gelöst? Mitnichten, zeigen jüngste Untersuchungen, nach wie vor erfahren Wissenschaftler, Ärzte und Patienten nur von einem Teil der Studien. Welche Folgen hat diese Verzerrung? Und was geschieht, um allgemein akzeptierte Standards endlich durchzusetzen?

"Manuskript zur Sendung:"

Geheimsache: Pillentest

"Weiterführende Links:"

Seiten des Deutschlandradios:

     &nbspGute Pille, schlechte Pille
     &nbsp(Campus & Karriere vom 07.03.12)

     &nbspAntes: Klinische Studien werden bewusst zurückgehalten
     &nbsp(Radiofeuilleton: Thema vom 02.08.11)

     &nbsp"Ich glaube, dass ich durchaus diplomatisch sein kann"
     &nbsp(Forschung aktuell vom 31.08.10)

     &nbspDie wahren Gründe für Peter Sawickis Karriereende
     &nbsp(Andruck vom 06.09.10)

     &nbspGerd Antes: Wir brauchen mehr öffentlich geförderte Studien
     &nbsp(Radiofeuilleton: Thema vom 25.03.09)

Links ins Netz:

     &nbspClinical Trials

     &nbspBMJ: Erfolg der Veröffentlichungspflicht in den USA, 2012 (PDF)

     &nbspPublication Bias, Postitionspapier des VFA

     &nbspBundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

     &nbspIQWIG: Nutzen von Reboxetin (24.11.09)

     &nbspArzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

     &nbspDeutsches Cochrane-Zentrum

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Wissenschaft im Brennpunkt

BiologieOrdnung im Geäst

Eine Gottesanbeterin auf einem Ast (imago / Chromorange)

Millionen Insekten, Tausende Vögel - die Evolution hat der Erde eine ungeheure Artenvielfalt beschert. Wie es in all den Jahrmillionen dazu kam, konnten Wissenschaftler bisher nur aus Fossilien rekonstruieren. Wann sich gefiederte Tiere in die Lüfte erhoben, warum Hummeln und Bienen getrennte Wege gingen und woher das Gezwitscher der Vögel stammt - all das blieb bisher im Dunkeln.

Digitaler Krieg1 oder 0, Leben oder Tod

Zu sehen sind Einschusslöcher in einem Auto, verursacht durch einen ferngelenkten Sprengkörper in Kabul am 15. Juli 2014 (AFP / Shah Marai / Deutschlandradio)

Der nächste Krieg wird digital. Das scheint common sense zu sein. Doch was ist Krieg und was ist Terrorismus? Was ist ein Hackerangriff und was Cyberwar? Und können autonome Kampfroboter vor ein Gericht gestellt werden, wenn sie Kriegsverbrechen begangen haben?

ImpfungenPieks mit Mehrwert

Impfung (picture-alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Impfungen gelten als hochspezifisch: Sie sollen vor genau einem Erreger schützen. Studien zeigen allerdings, dass mit dem Pieks häufig Zusatznutzen verbunden sind. Jetzt will die Weltgesundheitsorganisation in großen Studien den Mehrwert genauer untersuchen.