• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
Seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag
StartseiteWirtschaft und GesellschaftTribut an weltwirtschaftliche Entwicklung22.02.2016

HSBC-BilanzTribut an weltwirtschaftliche Entwicklung

Leiden unter der weltwirtschaftlichen Entwicklung und Rückstellungen aufgrund von drohenden Strafzahlungen: Auch die britische Großbank HSBC präsentiert sich mit solchen Aussagen. Zwar bleibt fürs Gesamtjahr 2015 ein Umsatzgewinn, aber im vierten Quartal gab es kräftige Verluste - die Aktie verlor erneut an Wert.

Von Friedbert Meurer

Menschen auf einer Rollstreppe, im Hintergrund das spiegelverkehrte Logo des HSBC-Bank.  (picture alliance / dpa / David G. Mcintyre)
HSBC: Weiterhin in schwierigen Zeiten. (picture alliance / dpa / David G. Mcintyre)
Mehr zum Thema

Neuausrichtung HSBC "Wir müssen uns mit der Welt verändern"

Jahresbericht 2014 HSBC macht weiter Negativ-Schlagzeilen

Auch die größte Bank Europas muss der weltwirtschaftlichen Entwicklung ihren Tribut zollen. Die HSBC machte im letzten Quartal 2015 einen Verlust von umgerechnet etwa 770 Millionen Euro. Hart zu schaffen macht dem Institut vor allem die Entwicklung in Asien, insbesondere die Konjunkturentwicklung in China. Geringere Steigerungsraten bedeuten weniger Kreditgeschäfte für das Institut, das 1865 in Hongkong als Hongkong and Shanghai Banking Corporation gegründet wurde, abgekürzt HSBC.

Unter dem Strich verbleibt HSBC in 2015 immer noch ein Gewinn von 13,5 Milliarden Dollar. Deswegen sollen wie geplant die Dividenden erhöht werden, geringfügig um einen Cent auf 51 Dollar-Cent pro Aktie. HSBC Aktien verloren nach Bekanntgabe der Zahlen um vier Prozent an Wert. Seit der Jahreswende hat die Bank schon ein Fünftel seines Börsenwerts verloren hat - die Deutsche Bank allerdings 30 Prozent.

"Insgesamt waren unsere Aktivitäten in 2015 zufriedenstellend", zog Aufsichtsratschef Douglas Flint in der aus Hongkong übertragenen Pressekonferenz Bilanz. "Gemessen an den seismischen Veränderungen der globalen Wirtschaft. Unsere Geschäftszweige haben alle höhere Erträge erzielt."

Rückstellungen für Strafzahlungen

Aber es müssen Rückstellungen gebildet werden, für Strafzahlungen oder anstehende Insolvenzen in der Ölindustrie wegen des niedrigen Ölpreises.

Das geringere Wachstum in China trägt auch dazu bei, dass HSBC seinen Geschäftssitz nicht von London nach Hongkong verlegt. Das war ein Jahr lang geprüft und vor einer Woche schon mitgeteilt worden. Der Hauptsitz der HSBC verbleibt also in der britischen Metropole. Das Institut war 1992 von Hongkong nach London umgezogen, fünf Jahre bevor die britische Herrschaft in der Kronkolonie endete.

Auch ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der EU soll an der Standortfrage nichts ändern. Allerdings hatte Bank-Chef Stuart Gulliver angekündigt, die Unsicherheit eines Brexit könnte dazu führen, dass 1000 Investmentbanker nach Paris umziehen müssen.

Zehn Prozent der Arbeitsplätze werden abgebaut

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital stagniert bei etwas über sieben Prozent und liegt noch deutlich unter der angepeilten Marke von zehn Prozent. Um den Profit zu steigern, sollen deswegen Jobs abgebaut werden: Von 250.000 Arbeitsplätzen wird jeder zehnte gestrichen. Bis vor der Finanzkrise beschäftigte die HSBC noch weltweit 300.000 Mitarbeiter.

"Die Anzeichen sind positiv, dass wir eine solide Basis für die Zukunft bauen. Für die HSBC bleibt noch viel zu tun auf der operativen Ebene. Die Maßnahmen werden jetzt umgesetzt. Aber wir gehen mit einer klaren Strategie in das Jahr 2016."

Vorstandschef Stuart Gulliver soll auch sein Scherflein zum Sparprogramm beitragen. Sein Gehalt wird allerdings nur leicht von zehn auf 9,5 Millionen gekürzt. Außerdem gibt es Abstriche an seiner Pension. Insgesamt wird der Bonustopf für Top-Mitarbeiter um fünf Prozent gekürzt.

Mit dem Jahresbericht räumt die krisen- und skandalgeplagte HSBC auch ein, dass die US-Behörden einem neuen Verdacht nachgehen. Das Institut soll in China Verwandte von chinesischen Regierungspolitikern oder -funktionären mit Jobs versorgen. Eine Praxis, die in der Bankenbranche nicht neu ist. So wollen die Institute an Geschäfte mit chinesischen Staatsfirmen herankommen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk