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StartseiteCorso"Kindermärchen in Punkschuppen!"06.12.2016

Mein Klassiker - Boris Aljinovic"Kindermärchen in Punkschuppen!"

Boris Aljinovic ist erfolgreicher Schauspieler - und wie hat alles angefangen? Mit einer alten russischen Aufnahme von Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung". Das berühmte Klassikstück begleitete den Schauspieler selbst an ungewöhnliche Orte.

Von Petra Marchewka

Boris Aljinovic am Set seines letzten Tatort-Drehs (imago stock&people/Jakob Hoff)
"Das Stück, mit dem ich überhaupt angefangen habe, herumzuspielen": Darsteller Boris Aljinovic (imago stock&people/Jakob Hoff)
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Mein Name ist Boris Aljinovic, ich bin Schauspieler, und mein Klassiker ist Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung".

Bilder einer Ausstellung: Der kommt von der Ausstellung, und wie der die Töne sucht, dieses mmh, mmh, mmh (summt das Stück)! Ja, das isses. Da, da, da (singt), wie das so wächst und wie das in eine Ektase gerät und aus der Ektase nicht mehr heraus kommt, das heimelt mich immer wieder an.

Es gibt eine Karajan-Aufnahme, wo ich sagen muss: Nein! Der Typ ist betrunken! Das geht in einer Nacht durch! Nein, nicht sauber! Das ist jetzt akademisch. Das find ich aber doof. Ich will das jetzt ganz anders haben. Entweder Masur oder Aschkenasi haben die guten Fassungen gemacht, die ich jetzt kenne, die ich mag.

Hörspiele auf Mussorgsky

Das Stück, mit dem ich überhaupt angefangen habe, herumzuspielen und mit Freunden Hörspiele drauf zu sprechen oder so. Nicht im Musikunterricht. Zu Hause. Platte war da. Irgendeine russische alte Aufnahme. Und wir haben da einfach immer Hörspiele drauf gemacht. Platte hingelegt, und dann ging das so los, mmh, mmh, mmh (summt), und dann wir: "Im Südteil Rumäniens hing von den schroffen Felsen des hufeisenförmigen Karpatengebirges eingeschlossen das Land Siebenbürgen." Dann haben wir eine dreiviertel Stunde lang nicht mehr aufgehört, Märchen drauf zu erzählen. War für uns toll. Gibt's 'n Riesenkarton mit Kassetten.

Und irgendwann haben wir die aufgeführt, in Kneipen, und zwar in Punkschuppen. Kindermärchen in Punkschuppen! Als 17-, 18-, 19-Jährige. Ja, und das war der Anfang vom Theaterspielen. Wir haben natürlich alles an Musik und Filmmusik gekauft und probiert und rumgespielt, aber eine der Initialzündungen, wo es so geklappt hat, dass es bis heute in mir drin, innerlich ist, ist Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung".

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