• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Google+
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 01:30 Uhr Tag für Tag
StartseiteInterview"Wir haben Anspruch auf Anerkennung und auf Reparationen"28.04.2015

Völkermord an den Herero"Wir haben Anspruch auf Anerkennung und auf Reparationen"

Nicht das Massaker an den Armeniern sei der erste Völkermord im 20. Jahrhundert gewesen, sagte Israel Kaunatijke vom Bündnis "Völkermord verjährt nicht!" im DLF. Auch die Ermordung von 90.000 Herero und Nama in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika durch deutsche Truppen müsse als Genozid anerkannt werden.

Israel Kaunatjike im Gespräch Dirk-Oliver Heckmann

Israel Kaunatjike, Herero aus Nambia, zu Besuch im Deutschlandradio Kultur.  (Deutschlandradio/Maurice Wojach)
Der in Berlin lebende Herero Israel Kaunatjike fordert, dass die Bundesregierung die Massaker im heutigen Namibia vor mehr als 100 Jahren als Genozid anerkennt. (Deutschlandradio/Maurice Wojach)
Weiterführende Information

Israel Kaunatjike - Wie vermitteln Sie zwischen Deutschen und Herero?
(Deutschlandradio Kultur, Im Gespräch mit Israel Kaunatjike, 24.02.2015)

Namibias Unabhängigkeit - Es begann mit dem Waffenstillstand
(Deutschlandfunk, Kalenderblatt, 21.03.2015)

Deutschland und der Kolonialismus - "Die Untaten unserer Urgroßväter"
(Deutschlandradio Kultur, Interview mit dem Filmemacher Martin Baer, 26.02.2015)

Lettow-Vorbeck - Korrektur eines zweifelhaften Heldenepos
(Deutschlandfunk, Hintergrund, 27.12.2014)

Vor 100 Jahren schlugen deutsche Kolonialtruppen den Herero-Aufstand nieder
(Deutschlandfunk, Kalenderblatt, 11.08.2004)

Bundesentwicklungsministerin nimmt an Gedenkfeier des Herero-Aufstands in Namibia teil
(Deutschlandfunk, Interview mit Heidemarie Wieczorek-Zeul, 14.08.2004)

Herero-Vertreterin fordert Dialog mit deutscher Regierung und Entschädigung
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 27.09.2011)

Jürgen Zimmer, Joachim Zeller: Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg in Namibia und seine Folgen.
(Deutschlandfunk, Politische Literatur (Archiv), 16.02.2004)

Deutschlands düstere Kolonialjahre
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 12.01.2004)

Die Nachfahren hätten einen Anspruch auf Entschädigung und sollten in ihre Heimat zurückkehren dürfen. Kaunatijke - ein Nachfahre der Herero, der seit 1970 in Berlin lebt - wies darauf hin, dass die UNO bereits 1948 den Völkermord anerkannte. Er erwarte, dass die Bundesregierung nun ähnlich wie bei dem Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich von einem Genozid an den Herero spreche: "Das ist das, was wir auch von unserer Seite bereits gefordert haben."

"Wir kämpfen für eine Wiedergutmachung und Anerkennung des Völkermordes"

Im Gegensatz zu den Armeniern würden sie sich von der Regierung nicht ernst genommen fühlen, kritisierte der Sprecher der Berliner Nichtregierungsorganisation im Interview mit dem Deutschlandfunk: "Wir werden einfach diskriminiert und als zweite Klasse behandelt."

Namibia stand bis 1915 unter deutscher Kolonialherrschaft. Deutsche Soldaten hatten 1904 bei Aufständen Tausende Afrikaner getötet, darunter viele Vertreter vom Stamm der Herero. Nach der Niederschlagung des Herero-Aufstands gab Generalleutnant Lothar von Trotha am 2. Oktober 1904 einen Vernichtungsbefehl. Mindestens zwei Drittel des Herero-Volkes wurde ausgelöscht. Bis heute warten die Nachkommen auf eine offizielle Entschuldigung und eine angemessene Entschädigung. 

Das Gespräch können Sie mindestens fünf Monate lang als Audio-on-demand abrufen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk