Temperaturrekord
41,7 Grad in Ost-Brandenburg gemessen - Weiterhin Beeinträchtigungen im Alltag

In Deutschland ist den dritten Tag in Folge ein neuer Temperaturhöchstwert gemessen worden. Am Nachmittag meldete die Station des Deutschen Wetterdienstes im brandenburgischen Coschen an der polnischen Grenze einen Wert von 41,7 Grad. Die extreme Hitze sorgt weiterhin für Beeinträchtigungen im Alltag.

    Hitze in Deutschland: Ein Mann geht mit einem Sonnenschirm spazieren.
    Hitze in Deutschland: Ein Mann geht mit einem Sonnenschirm spazieren. (picture alliance / dpa / Thomas Warnack)
    Es ist bereits der dritte Tag in Folge, an dem eine neue Höchsttemperatur erfasst wurde. Am Freitag war ein erster Höchstwert mit 41,3 Grad in Saarbrücken-Burbach gemessen worden, gestern wurde eine Temperatur von 41,5 Grad in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt gemeldet. Zudem war in der vergangenen Nacht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Der Rekord wurde im ostsächsischen Kubschütz mit 29,4 Grad aufgestellt.

    Hitze verursacht Schäden an Infrastruktur

    Die Hitze führt zu Schäden an der Infrastruktur, unter anderem an den Asphalt- und Betondecken von Autobahnen. Es kam zu Teilsperrungen, etwa auf der A2 zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Laut ADAC gelten zudem Geschwindigkeitsbegrenzungen.
    In mehreren Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Bayern kommt es zu Waldbränden oder steigt die entsprechende Gefahr.

    Vielerorts Probleme im Zugverkehr

    In Nordrhein-Westfalen kommt es nach Angaben mehrerer Bahnunternehmen zu teilweise erheblichen Störungen im Zugverkehr. Probleme gab es demnach unter anderem im Großraum Essen und am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Zudem hätten defekte Signale zwischen Hagen und Wuppertal für Verspätungen und Zugausfälle gesorgt, hieß es. In Leipzig fallen noch bis morgen laut den dortigen Verkehrsbetrieben wegen Hitzeschäden am Schienennetz alle Straßenbahnen aus. Auch in Nürnberg wurde der Straßenbahnbetrieb komplett eingestellt.

    "Nicht dringend notwendige Bahn-Reisen verschieben"

    Die Deutsche Bahn und weitere Eisenbahnverkehrsbetriebe riefen ihre Fahrgäste auf, wegen der Hitze zu Hause zu bleiben. Nicht dringend notwendige Reisen im Fern- und Regionalverkehr sollten verschoben werden, so der Appell der Bahn und des Bundesverbands Schienennahverkehr (BSN). Gebuchte Tickets können den Angaben zufolge kostenlos storniert werden.

    Städte rufen zum Wassersparen auf

    Der Deutsche Städte- und Gemeindebund rief alle Bürger zum Wassersparen auf.
    Vereine sollten beispielsweise kein Wasser für Tennisplätze oder Golfanlagen verschwenden, sagte der Hauptgeschäftsführer Berghegger der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Bei Unverständnis müssten die Behörden zu Verboten greifen.

    Grüne fordern mehr Klimaanlagen

    Grünen-Fraktionschefin Dröge mehr Klimaanlagen in öffentlichen Einrichtungen. Dröge sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", Deutschland brauche ein Abkühl-Sofortprogramm, um Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kitas und Schulen zu klimatisieren. Es brauche "volles Tempo beim Ausbau von Klimaanlagen in Verbindung mit Solaranlagen". Dröge schlug ein neues Förderprogramm für "Klima-Solar-Anlagen" vor. Die Förderung von Klimaanlagen solle an die gleichzeitige Installation von Solarzellen auf dem Dach geknüpft werden. Nach Dröges Vorstellung soll dafür ein Teil des Sondervermögens genutzt werden. Sie kritisierte, dass die Bundesregierung ausgerechnet jetzt ein Förderprogramm für Hitzeschutz auslaufen lasse. Zudem forderte Dröge, Städte so zu gestalten, dass sie kühler würden - dazu brauche es mehr Bäume und begrünte Fassaden.

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    Diese Nachricht wurde am 28.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.