Donnerstag, 01. Dezember 2022

BBL-Geschäftsführer Stefan Holz
"BBL wird unter der Woche deutlich präsenter werden"

Wenige Wochen nach der aus deutscher Sicht erfolgreichen Basketball-EM ist die Basketball-Bundesliga in die neue Saison gestartet. BBL-Geschäftsführer Stefan Holz sieht nach der EM eine "andere Wahrnehmung" für die Liga. Zukünftig seien Montagsspiele eine Option, so Holz im Dlf.

Stefan Holz im Gespräch mit Matthias Friebe | 02.10.2022

Stefan Holz, Geschäftsführer der BBL sitzt am 27.09.2015 in der Brose Arena in Bamberg (Bayern).
Stefan Holz, Geschäftsführer der BBL (dpa / picture-alliance / Nicolas Armer)
Knapp zwei Wochen nach dem überraschenden Gewinn der Bronzemedaille bei der Basketball-EM für das deutsche Team ist die Basketball-Bundesliga (BBL) in die neue Saison gestartet. Vor dem EM war BBL-Geschäftsführer Stefan Holz noch skeptisch, ob das Turnier einen Effekt für die Bundesliga haben wird. Mittlerweile hat er seine Meinung geändert: "Ich glaube nach wie vor, dass man ein Turnier mit den Erwartungen nicht überfordern soll. Das ist kein kompletter Gamechanger, aber es hilft definitiv. Das spüren wir auch. Die BBL hat schon jetzt eine andere Wahrnehmung und da versuchen wir natürlich aufzusetzen", sagte Holz im Deutschlandfunk.
Mit dem neuen Streaming-Dienst "Dyn" bekommt die BBL in der kommenden Saison 2023/24 auch eine neuen TV-Partner. Neben Basketball will der von Ex-DFL-Chef Christian Seifert gegründete Sender auch Volleyball, Handball und Tischtennis zeigen. Die Spielpläne der verschiedenen Sportarten sollen nach Möglichkeit untereinander abgestimmt werden. "Das Credo von 'Dyn' wird sein: Die Nachfrage für das Wochenende entsteht unter der Woche. Also die BBL wird unterhalb der Woche auch deutlich präsenter werden. Das ist zumindest das Konzept und auch die Erwartung von uns", sagte Holz.

Holz offen für Montagsspiele

Die Spiele würden jedoch, auch aufgrund der internationalen Wettbewerbe, weiter am Wochenende stattfinden, so Holz, mit eventuell einer Ausnahme. "Wer Christian Seifert kennt, der weiß natürlich, dass er eine Präferenz hat für Montagsspiele, die er ja auch in der Fußball-Bundesliga versucht hat durchzusetzen."
Es gebe Gründe für, aber auch Gründe gegen Montagsspiele, so Holz. Eine finale Entscheidung sei noch nicht gefallen. "Dafür spricht sicherlich eine gewisse Alleinstellung, auch am Dienstagmorgen in den Medien. Dagegen spricht möglicherweise das Ticketing. Das Thema Auswärtsfans ist gar nicht so ein großes in der BBL. Wir werden das mit dem Clubs diskutieren. Und ich kann mir schon vorstellen, dass es Clubs gibt, die Interesse an einem Montagsspiel haben. Aber wir werden da auch keinen verdonnern."
Die BBL geht aufgrund der Corona-Pandemie und nun der Energie-Krise in ihre bereits vierte schwierige Saison. Ein normales Jahr "kennen wir schon gar nicht mehr", sagte Holz, zeigte sich aber optimistisch. "Wir werden da gelassen sein, wie immer. Und wir werden managen, was kommt." Dennoch müssten sich die Clubs wohl auf steigende Kosten einstellen, das wolle Holz nicht herunterspielen. "Aber wir werden das managen. Wir blicken nicht mit Sorge auf die Saison, sondern mit Vorfreude und mit Rückenwind durch die EuroBasket."