Angeblicher Deepfake-Beweis
Falsche Gerüchte über Netanjahus Tod

In sozialen Medien kursieren Gerüchte, wonach Israels Regierungschef bei einem iranischen Raketenangriff getötet worden sein soll. Aktuelle Videos von Netanjahu seien KI-generiert. Doch die Gegenbeweise sind erdrückend.

    Porträtfoto von Benjamin Netanjahu.
    Machte sich darüber lustig, dass er angeblich tot sei: Benjamin Netanjahu. (picture alliance / dpa / Sipa USA)
    Wir überprüfen regelmäßig Behauptungen, die im Internet viel diskutiert werden. Was stimmt, was nicht – und welche Aspekte fehlen in der Diskussion?

    Inhalt

    Was stimmt

    Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar hat sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seltener als sonst in der Öffentlichkeit gezeigt.

    Das wird behauptet

    Die raren Auftritte haben Spekulationen im Netz ausgelöst. In sozialen Medien kursieren Gerüchte, Netanjahu sei bei einem iranischen Raketenangriff getötet oder schwer verletzt worden. Behauptet wird auch, dass der Likud-Chef auf der Flucht sein. Angeblicher Beweis: das Video einer Rede Netanjahus, das die Pressestelle der Regierung Israels am 12. März veröffentlichte. Nutzer der Plattformen TikTok und X verbreiteten die Behauptung, dass Netanjahu auf der Aufnahme sechs Finger habe. Das Video sei KI-generiert, Netanjahu sei in Wahrheit tot.

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    Was nicht stimmt

    Das Social-Media-Team des Deutschlandradios hat sich das Originalvideo Frame für Frame angeschaut. Ergebnis: Es handelt sich um eine optische Täuschung. Hinweise auf ein KI-Video gibt es nicht.
    Als Reaktion auf die Spekulationen veröffentlichte Israels Regierungschef am 15. März ein Video, das ihn in einem Café zeigt. Darin macht sich Netanjahu über die Gerüchte lustig. Er sagt, er könne „für einen Kaffee sterben“. Und fragt: „Wollt ihr die Finger zählen?“
    Die Nachrichtenagentur Reuters hat das Video aus dem Café verifiziert. Archivbilder stimmten mit den gezeigten Innenräumen überein, so Reuters. Auch das Café hat Fotos von Netanjahus Besuch veröffentlicht.
    Quellen: TikTok, X, Youtube-Kanal der Pressestelle der israelischen Regierung, Reuters, tagesschau.de