
Gleichzeitig sei die Lage hoch komplex, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk (Audio-Link). Maduro habe ein Unrechtsregime angeführt, und 8 Millionen Menschen seien aus dem Land geflohen. Zudem liefen mehrere Verfahren vor dem internationalen Strafgerichtshof gegen Venezuela und Maduro. All dies müsse bei der rechtlichen Bewertung berücksichtigt werden, erklärte Wadephul.
Bislang unterschiedliche deutsche Reaktionen
Bislang hatte es aus der Bundesregierung unterschiedliche Reaktionen auf den US-Einsatz gegeben: Kanzler Merz hatte gestern einerseits betont, Maßstab für eine Bewertung der Intervention bleibe das Völkerrecht. Andererseits schien er ein gewisses Verständnis für das US-Vorgehen aufzubringen, indem er betonte, Maduro habe sein Land ins Verderben geführt und in der Region eine problematische Rolle gespielt. Vizekanzler Klingbeil von der SPD betonte dagegen, dass Maduro ein autoritäres Regime angeführt habe, könne keine Rechtfertigung dafür sein, internationales Recht zu missachten. Dies gelte auch für das Handeln der USA. Die Grünen hatten kritisiert, dass der Kanzler den US-Einsatz nicht klar als völkerrechtswidrig bezeichnet habe.
Gemeinsamer Aufruf fast aller EU-Staaten
Von der EU gab es heute eine eindeutigere Reaktion: 26 Mitgliedsstaaten riefen dazu auf, die Demokratie in Venezuela wieder herzustellen und den Willen des Volkes zu respektieren. Dies sei der einzige Weg, um die jetzige Krise friedlich zu lösen, heißt es in einer Erklärung der europäischen Außenbeauftragten Kallas über den Onlinedienst X, der von den EU-Staaten mitgetragen wird - nur von Ungarn nicht. In dem Aufruf heißt es weiter, das Recht des venezolanischen Volkes, über seine Zukunft zu entscheiden, müsse respektiert werden. Die EU stehe in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten sowie regionalen und internationalen Partnern, damit unter der Führung der Venezolaner eine verhandelte, demokratische, inklusive und friedliche Lösung der Krise gefunden werden könne. Generell werden die USA indirekt aufgerufen, das Völkerrecht zu achten. Zwar seien der Kampf gegen die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität und den Drogenhandel wichtig. Diese Herausforderungen müssten aber durch eine nachhaltige Zusammenarbeit unter uneingeschränkter Achtung der territorialen Integrität und Souveränität angegangen werden, heißt es.
Trump droht Rodriguez
Derweil drohte US-Präsident Trump Venezuelas Interims-Staatschefin Rodriguez mit einem zweiten Militärschlag, sollte die verbliebene Führung in Caracas seine Bemühungen nicht unterstützen - Zitat - "das Land zu stabilisieren". Rodriguez signalisierte inzwischen Kooperationsbereitschaft. Man lade Washington zur Erarbeitung einer gemeinsamen Agenda ein. Zuvor hatte Rodriguez Führungsansprüche der USA über ihr Land zurückgewiesen. Venezuela werde "nie wieder eine Kolonie" sein.
Rodríguez war am Wochenende zum amtierenden Staatsoberhaupt ernannt worden, nachdem Präsident Maduro durch das US-Militär gestürzt und in die Vereinigten Staaten gebracht worden war, wo er vor Gericht gestellt werden soll. Der Militärschlag und der Sturz Maduros werden vor allem von Ländern in der Region als Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen kritisiert. Die 33 Staaten umfassende Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten (CELAC) einigte sich am Sonntag jedoch nicht auf eine gemeinsame Erklärung zu dem US-Angriff.
Diese Nachricht wurde am 05.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



