AfD-Parteitag beendet
Chrupalla: "Fokus liegt jetzt auf anstehenden Landtagswahlen"

Die AfD hat ihren zweitägigen Bundesparteitag in Erfurt beendet. Zuletzt wurden mehrere Änderungen der Parteisatzung beschlossen. Der Co-Vorsitzende Chrupalla sagte, der Fokus liege jetzt auf den anstehenden Landtagswahlen. Man müsse aus der Opposition herauskommen. Laut der Polizei verliefen die Kundgebungen gegen die AfD weitgehend friedlich.

    Tino Chrupalla und Alice Weidel nehmen beim Parteitag in Erfurt auf dem Podium Platz.
    Die AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel beim Parteitag in Erfurt. (AFP / JOHN MACDOUGALL)
    Auch die AfD-Co-Vorsitzende Weidel sagte, Ziel sei es, die Regierung zu übernehmen. Im September wird in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewählt. Chrupalla und Weidel waren gestern in ihrem Amt bestätigt worden.

    Positive Bilanz der Polizei

    Die Polizei zog eine positive Bilanz zu ihrem Einsatz bei den Protesten in Erfurt. Angesichts zehntausender Demonstrierender sei es überwiegend friedlich geblieben, teilte die Landespolizeidirektion Thüringen mit. Demnach wurden bis heute Mittag 65 Straftaten und 13 Ordnungswidrigkeiten erfasst. Beim Versuch von Demonstrierenden, eine Absperrung zu durchbrechen und Beamte anzugreifen, hätten diese mit körperlicher Gewalt reagieren müssen, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zudem sei mehrfach Pfefferspray eingesetzt worden.
    Vertreter einer Bürgerrechtsorganisation kritisierten den Polizeieinsatz als überzogen und sprachen von einem "Überaufgebot an Einsatzmitteln". Neben dem linken Bündnis "Widersetzen" hatte auch das von Gewerkschaften, Kirchen, Verbänden und anderen unterstützte zivilgesellschaftliche Bündnis "Zusammenstehen" zu Protesten aufgerufen. Die Initiatoren sprachen von insgesamt rund 50.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen an Kundgebungen und weiteren Protestaktionen. Die Polizei schätzte die Zahl der Gegendemonstranten auf bis zu 31.000 und sprach darüber hinaus von rund 10.000 Blockierern. 
    Diese Nachricht wurde am 05.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.