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StartseiteInterviewBerufsverband der Kinderärzte für Wegfall der Maskenpflicht an Schulen04.10.2021

Coronaschutz für SchülerBerufsverband der Kinderärzte für Wegfall der Maskenpflicht an Schulen

Jakob Maske vom Berufsverband der Kinderärzte hat die Lockerung der Maskenpflicht an Schulen in einigen Bundesländern begrüßt. Die Kinder bräuchten wieder Normalität, sagte der Mediziner. Zwar würden sich auch Corona-Viren dadurch wieder schneller verbreiten, aber für Kinder seien sie relativ harmlos.

Jakob Maske im Gespräch mit Philipp May

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Eine OP-Maske liegt auf einem Schultisch in einer Klasse. (picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto)
Der Wegfall der Maskenpflicht im Unterricht müsse nicht zwangsläufig zu Schulschließungen führen, meint der Kinderarzt Jakob Maske (picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto)

Nach dem Saarland lockern nun auch Bayern und Berlin die Maskenpflicht an Schulen. In Bayern müssen ab dem 4. Oktober generell keine Masken mehr im Unterricht getragen werden. In Berlin ist die Pflicht bis zur sechsten Klasse fortan aufgehoben. Baden-Württemberg und Sachsen erwägen ähnliche Schritte.

Der Sprecher des Berufsverbands der Kinderärzte, Jakob Maske, begrüßte diese Entscheidungen im Deutschlandfunk-Interview. Dies sei ein Schritt in die richtige Richtung zum richtigen Zeitpunkt. Die Kinder hätten genug gelitten und Rücksicht genommen. Einige hätten noch nie ohne Maske im Unterricht gesessen, beklagte der Kinderarzt. Sie sei die einzige Gruppe, die sich noch Masken und regelmäßiges Testen gefallen lassen müsse, während es für Erwachsene überall Freiheiten gebe. 

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"Kinder erleiden großen Schaden darunter, dass sie nicht mehr zur Schule gehen dürfen, dass sie da auch nicht mehr völlig angstfrei und ohne Maske sein dürfen. Diese Zeit muss nun vorbei sein."

"Corona für diese Altersgruppe relativ harmlos"

Zwar würden durch den Wegfall der Maske Viren nun schneller verbreitet, räumte Jakob Maske ein. "Aber wir sind wenig besorgt, weil Kinder sehr selten schwer erkranken oder gar extrem schwer." Corona sei für diese Altersgruppe relativ harmlos." Auch Schulschließungen befürchte er nicht, "weil die Kinder eigentlich nicht von der Infektion bedroht sind. Wenn die Lehrer und wenn das Schulpersonal und alle anderen Erwachsenen geimpft sind, sind Kinder gut geschützt und die Erwachsenen sind auch gut geschützt."

Kinder holen Infektionen nach

Aktuell würden viele Kita- und Schulkinder Infektionen nachholen, weil es durch die Schulschließungen und das Tragen von Masken ein Infektionsloch gegeben habe, erklärte der Kindermediziner. "Wir sprechen hier von harmlosen Infekten der oberen Atemwege." Diese Infekte gebe es jedes Jahr und die meisten Kinder machten diese durch wie eine Erkältung.


Das Interview im Wortlaut:

Philipp May: Kann die Maske weg bei Kindern?

Jakob Maske: Ja! Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und wir werden sehen, ob es ein richtiger Schritt ist, oder ob es noch verfrüht ist. Aber auf jeden Fall ist jetzt der richtige Zeitpunkt.

May: Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt?

Maske: Weil Kinder und Jugendliche jetzt genügend gelitten haben. Sie haben anderthalb Jahre Dinge getan, die nicht für ihre Altersgruppe gut waren, sondern für die älteren Altersgruppen. Sie haben Rücksicht genommen und jetzt ist endlich wieder Zeit, normalen Unterricht zu machen, normal durch Mund und Nase atmen zu können, ohne dass hier eine Beschränkung durch die Maske da ist.

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"Natürlich verbreiten sich Viren dann wieder schneller"

May: Jetzt gibt es aber auch viele Eltern und auch die Lehrerverbände warnen. Eltern in Berlin haben sogar eine Petition gegen das Ende der Maskenpflicht gestartet, weil sie eine sogenannte Durchseuchung der Kinder fürchten. Was sagen Sie denen?

Maske: Zunächst mal ist es immer so, dass es verschiedene Befindlichkeiten gibt. Es gibt Eltern, die sehr ängstlich sind, die auch um ihre Kinder oder auch um sich selber besorgt sind. Aber der Großteil der Eltern, den wir erleben, der ist eher froh, dass die Kinder endlich ohne Maske zur Schule gehen dürfen. Hier müssen Sie dann immer ein bisschen schauen, wer ist hier stimmungsgebend und so weiter, aber darum geht es letztendlich nicht.

Es geht um die Kinder und die Kinder haben sehr, sehr viel zurückgesteckt. Es ist sehr belastend für die Kinder, mit Maske in die Schule zu gehen. Es gibt Kinder, die noch nie ohne Maske im Unterricht waren, und es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auch aus infektiologischer Sicht. Zumindest sehen wir Kinder- und Jugendärzte das so.

Wenn man aus rein virologischer Sicht guckt, dann ist das unter Umständen noch mal anders. Natürlich verbreiten sich Viren dann wieder schneller, keine Frage. Aber wir sind wenig besorgt, weil Kinder sehr, sehr, sehr selten schwer erkranken oder gar extrem schwer erkranken. Das sind Einzelfälle, ein Glück, und insofern sind Kinder in Sicherheit. Sie sollten weiterhin geschützt werden, zum Beispiel durch die Impfung der Lehrer und des Schulpersonals und so weiter.

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Harmlose Infekte werden jetzt nachgeholt

May: Herr Maske, jetzt häufen sich aber Berichte, dass gerade viele Kinder mit schweren Verläufen, hervorgerufen durch andere Infekte, auf den Kinderstationen der Krankenhäuser landen, auch weil ihnen ein Jahr Immunisierung abgeht durch die ganzen Social Distancing Maßnahmen, durch den Fernunterricht. Ist das nicht auch ein Grund für etwas längere Beibehaltung der Maske, auch um diese Welle abzumildern, jenseits von Covid?

Maske: Nein, im Gegenteil. Wir sehen, dass die Maske zu einem Infektionsloch geführt hat und dass das jetzt alles nachgeholt wird.

May: War das nicht eher der Fernunterricht und das Wegbleiben aus der Schule?

Maske: Genau, der Lockdown, die Maske. Beides zusammen hat dafür gesorgt, dass jetzt ein Infektionsloch war im Frühjahr, im Winter, im letzten, und im Sommer. Jetzt wird das nachgeholt und dieser Effekt würde ja nur aufgeschoben werden.

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May: Er würde möglicherweise ein bisschen gezerrt werden.

Maske: Aber wir sprechen ja hier von harmlosen Infekten der oberen Atemwege. Wir haben zwar einen gewissen Anstieg auch in den Kliniken, weil darunter auch Viren sind, die ganz bestimmte Altersgruppen, vor allen Dingen die Kinder unter einem Jahr, und da vor allen Dingen die kleine Gruppe der extrem früh geborenen, die 500 Gramm gewogen haben bei der Geburt, die sind durch dieses Virus extrem gefährdet. Aber alle anderen nicht. Die machen das durch wie eine Erkältung.

Und ja, es gibt auch mal welche, die dann vielleicht eine Bronchitis bekommen und auch ein wenig schwerer erkranken. Aber richtig bedrohlich sind diese Viren ja nicht für normale Schulkinder oder auch Kita-Kinder. Insofern sehen wir das ganz entspannt. Hier handelt es sich um harmlose Infektionen der oberen Atemwege. Hier muss man nichts entzerren.

"Virologen sehen ihre Viren, nicht die Menschen dahinter"

May: Jetzt warnt aber beispielsweise die Virologin Melanie Brinkmann vor einer übereilten Abschaffung. Sie sagt: "Wenn man etwas abschaffen möchte, dessen Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und das fast nichts kostet, kann man das machen. Die Frage ist nur, ob es klug ist", sagt sie in der Rheinischen Post. Mit anderen Worten, sie findet es äußerst unklug.

Maske: Sie hat, glaube ich, sogar das Wort "dumm" genannt interessanterweise. Wir sind wir da ein wenig anderer Meinung. Ich habe ja schon gesagt, die Sicht der Virologen ist da ein wenig anders als die Sicht derjenigen, die im richtigen Leben stehen.

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May: Virologen stehen nicht im richtigen Leben?

Maske: Sie sehen ihre Viren und sehen nicht die Menschen, die dahinter stecken in der Regel, sondern das sind ja wir. Bei uns kommen die Menschen an, zusammen mit den Viren, und wir müssen dann entscheiden, was wir damit tun.

"Wir sehen Kinder ganzheitlich"

May: Aber die sehen dann mitunter möglicherweise die Menschen, die auf der Intensivstation um ihr Leben ringen.

Maske: Die Virologen? – Nein, die sehen die nicht. Nein! Das sehen wir als Ärzte aber auch. Es ist ja nicht so, dass wir das als Ärzte nicht sehen und nicht auf Intensivstationen unterwegs sind, sondern da sind vorwiegend wir unterwegs und keine Virologen.

Wir sehen das gesamte Kind. Wir sehen Kinder ganzheitlich. Und wenn man sagt, es macht keinen Schaden, dann ist das leider falsch, weil Kinder erleiden großen Schaden darunter, dass sie nicht mehr zur Schule gehen dürfen, dass sie da auch nicht mehr völlig angstfrei und ohne Maske sein dürfen. Diese Zeit muss nun vorbei sein.

Wann wollen wir denn zur Normalität zurückkehren? Wollen wir jetzt immer Maske tragen, weil Infektionen gibt es immer und diese Infektionen, die wir im Moment haben, sind harmlos für die Kinder. Corona, muss man sagen, ist für diese Altersgruppe auch – ein Glück – relativ harmlos. Wir wollen es nicht herunterspielen. Es gibt einzelne schwere Verläufe, gar keine Frage, aber es ist ein im Moment für Kinder harmloser Infekt und wir müssen zur Normalität zurückkommen.

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"Erwachsene feiern Partys ohne Maske"

May: Nur jetzt mal zur Ehrenrettung von Melanie Brinkmann, der Sie eine gewisse Weltfremdheit vorwerfen. Ihr Punkt ist ja, eine Maske ist sicher nervig, aber am Ende doch eigentlich auch für Kinder eine sehr maßvolle Maßnahme, mit der die Kinder in der Regel auch ganz gut klarkommen, die ein Baustein ist, die wahrscheinlich letzte epidemische Welle, die wir in Deutschland ja nun mal haben – das Virus ist noch nicht endemisch -, zu verlangsamen. Ist es da nicht vernünftig, sie noch übergangsweise beizubehalten?

Maske: Wir sind in einer Phase, wo wir Partys feiern als Erwachsene ohne Maske.

May: …, weil die ja nun mal geimpft sind im Normalfall.

Maske: Nein, das ist nicht richtig.

"Wir quälen Kinder mit Maske"

May: Wir reden häufig über 2G-Regeln, dass dann diese Partys möglich sind.

Maske: Genau! Das ist ja nicht überall so. Wir sehen überall Freiheiten für Erwachsene. Wir sehen bei Erwachsenen keine Gruppen, die zweimal pro Woche getestet werden, wo eine relativ sichere Infektionsfreiheit dargestellt wird. Das gibt es nirgendwo anders.

Wir quälen Kinder mit Maske, wir quälen sie mit Testen etc. Das ist die einzige Gruppe, die sich das gefallen lassen muss, weil sie sich nicht selber wehren kann. Dann gibt es Lehrerverbände, die Angst haben um ihre Lehrer und sich auch um die Rechte der Kinder wenig kümmern. Das ist sehr bedrückend, muss man sagen. Hier gibt es kaum jemand, der sich um die Rechte der Kinder kümmert.

Es muss endlich wieder eine Normalität geschaffen werden und die Kinder selber, das Individualinteresse der Kinder ist ganz klar für uns in den Vordergrund zu stellen, und hier muss man sagen, dass andere Infektionen manchmal genau den gleichen Schaden hervorrufen wie bei Corona bei den Kindern, oder ähnlich großen, und insofern muss man diese Infektion im Moment als relativ harmlos einstufen. Deswegen kann man auch von der Maske sich wieder entfernen.

"Keine Gefahr, dass Schulen wieder geschlossen werden"

May: Nichts desto trotz, die Virologen, diese weltfremden Ärzte, die sagen schon, es könnte doch möglich sein, dass es noch mal eine heftige Welle gibt, und dann kommen möglicherweise ganz viele Unannehmlichkeiten auf uns alle noch mal zu, möglicherweise auch Schulschließungen. Wäre es dann nicht doch besser, die Maske beizubehalten, gerade wenn man diese beiden Mittel nebeneinanderlegt?

Maske: Das Weltfremde haben Sie mir jetzt in den Mund gelegt. Ich habe nur gesagt, dass Frau Brinkmann nicht mit den Kindern agiert, sondern sie hat die virologische Sicht, und das ist ja auch zunächst mal legitim. Deswegen würde ich Frau Brinkmann nicht als weltfremd und auch nicht als dumm bezeichnen, so wie sie das im Gegenzug mit den Menschen tut, die die Maskenpflicht jetzt wieder weghaben wollen.

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Ansonsten muss man ganz klar sagen, ich sehe gar keine Gefahr, dass Schulen wieder geschlossen werden, weil die Kinder eigentlich nicht von der Infektion bedroht sind. Wenn die Lehrer und wenn das Schulpersonal und alle anderen Erwachsenen geimpft sind, sind Kinder gut geschützt und die Erwachsenen sind auch gut geschützt. Dann wird es zu keinen Schulschließungen kommen.

Wir sehen im Moment hohe Inzidenzen bei den Kindern, aber warum sehen wir sie, weil sie zweimal in der Woche getestet werden. Das ist mit den Erwachsenen nicht der Fall. Ansonsten würden wir diese hohen Inzidenzen auch bei den Erwachsenen sehen.

"Die Testungen irgendwann abschaffen"

May: Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker der SPD, sagt ja, er findet auch, Maskenpflicht kann wegfallen, wenn Kinder in der Schule dreimal wöchentlich getestet werden und bei einem Corona-Fall in der Klasse sogar fünfmal. So würden Infektionsketten ohne Masken auch sicher verhindert. Gehen Sie da mit? Wäre das ein guter Kompromiss aus Ihrer Sicht?

Maske: Nein! Wir müssen auch von den anlasslosen Tests irgendwann wegkommen. Die Kinder jetzt weiter zu testen mit noch einem zusätzlichen oder sogar noch drei zusätzlichen Tests, insgesamt dann fünf, das sehe ich nicht für richtig. Natürlich kann man das als Ausnahmefall mal machen, wenn es einen Fall in der Klasse gibt, unter Umständen dann gerne mit Lollitest als PCR. Dann sind wir auch sicher. Aber auch diese Projekte werden zwar als Pilotprojekte gemacht, aber nicht durchgesetzt. Hier ist sicherlich noch hoher Handlungsbedarf.

Aber ansonsten jetzt die Gruppe noch weiter zu quälen und die Erwachsenen müssen gar keine Tests machen im Gegenzug, das ist doch nicht mehr erklärbar für eine Gruppe, die an dieser Erkrankung selber kaum erkrankt und kaum schwere Verläufe hat. Das müsste man doch dann eher umdrehen.

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May: Sollte es dann überhaupt noch Einschränkungen für Kinder geben?

Maske: Am liebsten nicht, aber ich denke, dieser Schritt ist noch ein bisschen verführt. Aber natürlich ist das etwas, was wir in naher Zukunft bedenken müssen, dass wir auch zum Beispiel die Testungen irgendwann abschaffen.

May: Tests okay noch für einen gewissen Zeitpunkt, aber das ist das Letzte, was Sie noch gelten lassen?

Maske: Im Moment ja.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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