
Dies käme für die CSU nicht infrage, sagte der bayerische Ministerpräsident der "Augsburger Allgemeinen". Es wäre völlig absurd, in diesen herausfordernden Zeiten Familien zusätzlich zu belasten. Statt minimale Mehreinnahmen zulasten der Familien zu generieren, müssten die Ausgaben der Kassen gesenkt werden, betonte Söder.
Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet, dass es in der schwarz-roten Bundesregierung entsprechende Überlegungen gebe. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Zunächst solle der Bericht der Kommission zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge in den nächsten Tagen abgewartet werden.
Sozialverbände: Mitversicherung "kein Privileg"
Auch Sozialverbände und Krankenkassen warnten vor einer möglichen Abschaffung der beitragsfreien Familienversicherung. "Die Familienversicherung ist kein Privileg, sondern Ausdruck gelebter Solidarität. Wer sie abschafft, schwächt den sozialen Zusammenhalt in unserem Land", sagte die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Bentele, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Die Vorstandsvorsitzende des Sozialverbands Deutschland, Engelmeier, verwies auf Haushalte mit geringen Einkommen. "Die diskutierten Pläne würden diese Haushalte überproportional treffen, denn zusätzliche Kosten von rund 225 Euro im Monat summieren sich auf etwa 2.700 Euro im Jahr und fallen unabhängig vom Einkommen an." Für Familien mit Mindestlohn bedeute das einen Verlust von rund 13 Prozent ihres verfügbaren Einkommens.
Krankenkassen: Zu hohe Ausgaben
Der GKV-Spitzenverband erklärte, dass die Krankenkassen insgesamt nicht zu wenig einnähmen, sondern dass die Ausgaben zu hoch seien. GKV-Sprecher Lanz sagte dem Redaktionsnetzwerk: "Im Kern liegt die dauerhafte Lösung nicht in einer Erhöhung der Einnahmen, sondern in Strukturreformen, die die extreme Ausgabendynamik der letzten Jahre stoppen." Allein im vergangenen Jahr seien die Krankenhausausgaben um fast 10 Prozent gestiegen, die Ausgaben für Ärzte um knapp 8 und die für Medikamente um rund 6 Prozent.
Diese Nachricht wurde am 25.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
