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StartseiteInterview"Auch in unserer Gesellschaft sind Frauen Objekt des Blickes"21.08.2016

Debatte um Burka-Verbot"Auch in unserer Gesellschaft sind Frauen Objekt des Blickes"

Die Burka sei ursprünglich in den islamischen Gesellschaften eine Art Privileg und nicht unbedingt mit der Unterdrückung der Frau verbunden gewesen, sagte die Kulturwissenschaftlerin Barbara Vinken im DLF. In der Debatte über ein Verschleierungsverbot sieht Vinken die Chance, darüber nachzudenken, dass auch "wir keine Gleichheit der Geschlechter haben".

Barbara Vinken im Gespräch mit Maja Ellmenreich

Die Kulturwissenschaftlerin Barbara Vinken sitzt am 11.10.2013 während der 65. Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main auf einem blauen Sofa. (picture alliance / dpa-Zentralbild / Arno Burgi)
Die Kulturwissenschaftlerin Barbara Vinken hat sich immer wieder mit dem Phänomen der Mode als Zeichen- und Kommunikationssystem auseinandergesetzt. Sie ist die Autorin des Buches "Angezogen. Das Geheimnis der Mode". (picture alliance / dpa-Zentralbild / Arno Burgi)
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"Die Burka ist natürlich sehr extrem", so die Kulturwissenschaftlerin im Deutschlandfunk. "Die Augen sind immer als das Fenster zur Seele begriffen worden und das Gesicht als das, was unseren Charakter ausmacht." Wenn man das verstecke, dann komme das schon einer extremem Ausradierung des öffentlichen Raumes und auch des Gegenübers gleich.

Vinken sieht in der aktuellen Debatte um ein Burka-Verbot eine Chance: "Sie erlaubt uns einen neuen Blick auf unserer eigenen Geschlechterordnung in der Öffentlichkeit." Auch in der deutschen Gesellschaft seien Frauen "Objekte des Blickes" und die Männer eben die, die blicken. Die Männermode würde verweigern, irgendetwas vom Körper zu zeigen. Die Frauenkörper würden im Gegensatz dazu erotisch inszeniert. Die Debatte über die Burka tauge dazu, diesen Unterschied zu begreifen. Zudem zeigte sich Vinken davon überzeugt, dass die Mode die Burka in ihren "Bann ziehen" und sie zu einem modischen Gegenstand machen werde. Damit, so die Kulturwissenschaftlerin, würde das Verschleierungsargument auch wegfallen.

Das Gespräch können Sie mindestens sechs Monate nachhören.

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