Sonntag, 27. November 2022

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Der Weg in den 1. Weltkrieg

Die Sendereihe "Wegmarken" ist Teil eines Programmschwerpunkts, den das Deutschlandradio in diesem Erinnerungsjahr 2014 setzen wird. Dabei verbinden sich mit der Erinnerung an den Ausbruch des 1. Weltkriegs im nächsten Jahr auch das Gedenken an den Beginn des Zweiten Weltkriegs sowie das 25. Jubiläum des Mauerfalls und der 10. Jahrestag der sogenannten Osterweiterung der Europäischen Union.

25.12.2013

    Im Jahr 2014 wird an den Ausbruch des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren erinnert. Er gilt heute als die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts", als der "Dreißigjährige Krieg der Moderne", "La Grande Guerre", "The Great War", "Der Große Krieg".
    Der Erste Weltkrieg war der erste industriell geführte militärische Konflikt in Europa. Doch nicht nur aus humanitärer Perspektive wurde er zur europäischen Urkatastrophe. Auch politisch blieb nichts, wie es vorher war: Vier Reiche gingen unter – das Osmanische Reich, die Habsburger K.u.K-Monarchie, das russische Zarenreich und das Deutsche Kaiserreich.
    Am Ende dieses "Zeitalters der Extreme" (Eric Hobsbawm), welches das 19. Jahrhundert im Zeichen des Nationalismus und des nationalsozialistischen Rassenwahns bis 1945 verlängerte, lag Europa in Schutt und Asche. Die vielzitierte "europäische Zivilisation" war fortan nicht mehr ohne Auschwitz zu denken. Das Trauma dieser Kriegserfahrungen gehört zum Gründungsmythos der Europäischen Union unserer Tage.
    In einer Essay-Reihe erinnerte der Deutschlandfunk an den Weg in den Ersten Weltkrieg – aus der Perspektive von sechs verschiedenen Ländern, die allesamt Protagonisten dieser "europäischen Urkatastrophe" waren. Dabei werden die vielen Brüche und Widersprüche deutlich, die dieses unruhige Zeitalter am Vorabend des 1. Weltkrieges kennzeichnen: Einerseits befindet sich Europa mitten im Aufbruch in die Moderne, andererseits wird der Kontinent durch den kruden Nationalismus verantwortungsloser Staatsmänner in den Abgrund gestürzt.
    Die Autoren: namhafte Historiker
    Für die Essays konnten namhafte Historiker als Autoren gewonnen werden. Sie wollen einen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Rückblick ermöglichen und den Ersten Weltkrieg als entscheidende politische Zäsur für das gesamte 20. Jahrhundert verorten. Die Essays sind ein Versuch, den Ersten Weltkrieg als einen - bis heute wirksamen Teil - gemeinsamer europäischer Geschichte zu begreifen und ihn damit aus dem Kontext vorwiegend nationalstaatlichen Erinnerns herauszulösen.
    Thilo Kößler
    25. Dezember
    Christopher Clark
    Großbritannien und Frankreich: Allianz der Kolonialmächte"Dieser Krieg hat das ganze Jahrhundert entstellt" - Interview mit Christopher Clark (2013)
    26. Dezember
    Michael Stürmer
    Deutsches Reich: Industriestaat unter dem Adlerhelm
    28. Dezember
    Karl-Markus Gauß
    Österreich-Ungarn: Ein Reich, geeint im Hass
    29. Dezember
    Jörg Baberowski
    Das Zarenreich: Imperium und Revolution
    31. Dezember
    Klaus Kreiser
    Das Osmanische Reich: Zerreißprobe am Bosporus
    1. Januar 2014
    Christian Hacke
    Die USA und der Aufstieg zur Weltmacht