Demonstrationen
Zahl der Toten bei Protesten im Iran steigt erheblich an

Die Zahl der Toten und der Festnahmen bei den Protesten im Iran ist nach übereinstimmenden Berichten erheblich gestiegen. Nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mit Sitz in den USA liegt die Zahl der Opfer bereits bei mehr als 500, darunter auch knapp 50 Einsatzkräfte des Regimes. Landesweit wurden demnach bislang mehr als 10.000 Menschen festgenommen.

    Zu sehen ist eine Menschenmenge auf einem Platz in der iranischen Hauptstadt Teheran.
    Demonstranten am 10. Januar in der iranischen Hauptstadt Teheran. (IMAGO / ZUMA Press Wire / IMAGO / Social Media)
    Unabhängig überprüfen lassen sich die Zahlen nicht, weil das Regime das Internet seit Tagen sperrt und weil auch kaum ausländische Reporter im Land ist. Es gibt Befürchtungen, dass die tatsächlichen Opferzahlen noch deutlich höher liege könnten. In Schätzungen ist von vierstelligen Zahlen die Rede.

    Proteste gehen weiter

    Auch heute kam es im Iran wieder zu Protesten. Der Sender "Iran International", der in Großbritannien ansässig ist, berichtet von einer großen Menschenmenge in Teheran. In Paris und London gab es Solidaritätskundgebungen mit mehreren tausend Teilnehmern.
    Der in den USA lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, rief über die Sozialen Medien erneut zur Fortsetzung der Proteste auf. Pahlavis Einfluss gilt allerdings als gering. Der Politologe Vali Nasr von der Johns Hopkins University in den USA sagte dem Magazin "Cicero", Pahlavi verfüge weder über eine politische Organisation im Iran, noch habe er tragfähige Allianzen mit Bürokratie, Militär oder politischen Eliten aufgebaut. Zudem habe er das Land seit Jahrzehnten nicht von innen erlebt.

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    Diese Nachricht wurde am 11.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.