
+++ Bekommen die Iraner wieder Zugang zum Internet?
US-Präsident Trump erwägt nach eigenen Angaben, die Demonstranten mit Satelliteninternet zu unterstützen. Er kündigte dazu ein Gespräch mit Tech-Milliardär Elon Musk an, dessen Firma SpaceX den Dienst Starlink betreibt. Die Regierung in Teheran äußerte sich erstmals zu einer möglichen Aufhebung der Internetblockade. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, man hoffe, dass sich "dieses Problem mit Blick auf den Prozess, der – so Gott will – derzeit im Gange ist, und angesichts der sich verbessernden Lage lösen wird".
+++ Staatsfernsehen zeigt Bilder von Demonstrationen zur Unterstützung des Regimes
Das iranische Staatsfernsehen hat Bilder ausgestrahlt, auf denen mutmaßlich Unterstützer des theokratischen Regimes zu sehen sind. Den Angaben zufolge bewegen sich die Menschenmassen in Richtung des Enghelab-Platzes in der Hauptstadt Teheran. Der Ort ist auch als Platz der Islamischen Revolution bekannt. Die Versammlung wurde im Staatsfernsehen als "Iranischer Aufstand gegen amerikanisch-zionistischen Terrorismus" tituliert.
+++ China warnt vor "Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten"
China hat auf die Aussagen von US-Präsident Trump zu einem möglichen Eingreifen im Iran reagiert. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte in Peking, China lehne eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten ab und widerspreche der Anwendung oder Androhung von Gewalt in internationalen Beziehungen. Man hoffe, dass Regierung und Bevölkerung des Iran die aktuellen Schwierigkeiten überwinden und die nationale Stabilität wahren könnten. China und Iran unterhalten eine enge wirtschaftliche und strategische Partnerschaft. Der Iran exportiert Öl nach China.
+++ Iranische Führung hält Lage für "unter Kontrolle"
Der iranische Außenminister Araghchi behauptet, die Lage im Land sei "vollständig unter Kontrolle". Das sagte er vor ausländischen Diplomaten. Über seine Äußerungen berichtet der von Katar finanzierte Sender Al-Dschasira, der trotz Internetblockaden weiter aus dem Iran berichten darf. Demnach warf Araghchi den USA vor, die Proteste in der Islamischen Republik als Ausrede für eine Intervention zu nutzen.
+++ Merz fordert Ende der Gewalt im Iran
Bundeskanzler Merz hat die Gewalt iranischer Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten als unverhältnismäßig und brutal verurteilt. "Ich rufe die iranische Führung auf, ihre Bevölkerung zu schützen, statt sie zu bedrohen", sagte Merz bei einem Besuch in Indien. Er verurteilte die Gewalt gegen das eigene Volk "auf das Schärfste". Sie sei ein Zeichen der Schwäche und kein Zeichen der Stärke. Merz würdigte ausdrücklich den Mut der Demonstranten.
+++ EU-Außenbeauftragte Kallas für zusätzliche Sanktionen gegen den Iran
Angesichts des gewalttätigen Vorgehens gegen Protestierende im Iran wird international über weitere Sanktionen gegen das Regime in Teheran diskutiert. Die EU-Außenbeauftragte Kallas sagte der Zeitung "Die Welt", sie sei bereit, zusätzliche Maßnahmen als Antwort auf die brutale Unterdrückung vorzuschlagen. Israels Außenminister Saar hatte Deutschland und die EU dazu aufgerufen, die Revolutionsgarden als terroristische Organisation einzustufen. Der CDU-Außenpolitiker Laschet sagte im Deutschlandfunk, rechtlich sei dies möglich. Durch einen solchen Schritt würden auch die finanziellen Netzwerke in Europa trockengelegt.
Bundesaußenminister Wadephul betonte im ZDF, dass die jetzigen Proteste auch eine Folge der bisherigen Strafmaßnahmen des Westens seien. Man sollte auf diesem Weg weitergehen.
+++ US-Präsident Trump stellt ein Treffen mit der iranischen Führung in Aussicht.
Der Iran habe gestern um Verhandlungen gebeten, erklärte Trump in Washington. Er sei zudem in Kontakt mit Anführern der iranischen Opposition. Zugleich drohte er dem iranischen Regime erneut mit einem militärischen Vorgehen: Die US-Armee und seine Regierung prüften derzeit einige sehr starke Optionen für ein Eingreifen, teilte Trump mit. Offenbar wolle Teheran deshalb verhandeln. Worüber sagte er nicht.
+++ US-Präsident Trump droht erneut mit militärischen Schritten gegen iranisches Regime
"Wir nehmen das sehr ernst", sagte Trump vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. "Das Militär prüft die Lage, und wir erwägen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen." Der US-Präsident äußerte sich auf die Frage, ob die Führung in Teheran die von ihm zuvor genannte rote Linie - die Tötung von Demonstranten - überschritten habe. "Es sieht so aus, als würden sie damit beginnen", sagte er nun.
+++ Bundesaußenminister Wadephul fordert Geschlossenheit des Westens gegenüber Iran
Bundesaußenminister den Westen zur Geschlossenheit gegenüber dem Regime in Teheran aufgerufen. Dieses habe keine hinreichende Legitimität, sagte der CDU-Politiker im ZDF. Es gebe bereits umfangreiche Strafmaßnahmen gegen die Regierung in Teheran. Die jetzigen Proteste nannte er eine Folge von Sanktionen: "Das heißt: Sanktionen wirken, und auf diesem Weg sollten wir weiter vorangehen."
+++ Iranisches Regime ruft zu regierungsfreundlichen Kundgebungen auf
Präsident Peseschkian sprach von einem "Marsch des Widerstands", der heute in zahlreichen Städten stattfinden solle und sich gegen die Gewalt von - wie er es nannte - "urbanen Terroristen" richte. Die Regierung verhängte zudem drei Tage Staatstrauer und verwies darauf, dass bei den Protesten Einsatzkräfte getötet worden seien.
+++ EU-Außenbeauftragte Kallas bereit zu neuen Iran-Sanktionen
Kallas sagte der „Welt“, die EU habe bereits weitreichende Strafmaßnahmen gegen den Iran verhängt – und zwar gegen diejenigen, die für Menschenrechtsverletzungen, die Ausweitung des Atomprogramms und für Teherans Unterstützung von Russlands Krieg in der Ukraine verantwortlich seien. „Und ich bin bereit, zusätzliche Sanktionen als Antwort auf die brutale Unterdrückung von Demonstranten vorzuschlagen.“ Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dürfte es zunächst vor allem um Strafmaßnahmen gegen Verantwortliche für die Gewalt gegen Demonstranten gehen – möglicherweise auch gegen Minister.
+++ Deutlich mehr Todesopfer im Iran befürchtet
Die Zahl der Todesopfer bei den Protesten gegen das islamistische Regime im Iran könnte womöglich höher sein als bislang vermutet. Inzwischen sei von fast 500 toten Demonstranten auszugehen, teilten Exil-Menschenrechtsgruppen in den USA mit. Es seien auch knapp 50 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet worden. Fast 11.000 Menschen wurden demnach festgenommen.
Der Iran-Experte Ali Fathollah-Nejad sagte im Mitteldeutschen Rundfunk, es gebe Anzeichen, dass Hunderte von Demonstranten - wenn nicht gar eine vierstellige Zahl - getötet worden seien. Der iranische Polizeichef Radan hat jüngst erklärt, die Sicherheitskräfte hätten ihre Bemühungen zur Bekämpfung der "Randalierer" verstärkt.
Warum die Menschen im Iran erneut auf die Straße gehen und welches Potenzial die Proteste diesmal haben - ausführliche Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel: Iran: Wie gefährlich sind die Proteste für das Mullah-Regime?
Diese Nachricht wurde am 12.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
