Dienstag, 25.06.2019
 
Seit 18:10 Uhr Informationen am Abend
StartseiteSport Aktuell"Parallele zur Mafia"11.03.2019

Doping-Ermittlung"Parallele zur Mafia"

Die Ermittlungsergebnisse des österreichischen Bundeskriminalamtes machten die Tragweite des Dopingskandals im Skilanglauf deutlich – mit brisanten Details zum deutschen Sportarzt Mark S..

Von Josef Opfermann

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Langläufer im Weltcup (picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Langläufer im Weltcup (picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa)
Mehr zum Thema

Doping-Skandal "Johannes Dürr ist Täter und Opfer"

Staatsanwalt Gräber zu Dopingfällen "Die Dunkelziffer ist erheblich"

Dopingaffäre um Erfurter Sportarzt "Die Eltern waren sehr erschrocken"

Dopingskandal Sorge vor Dopingfällen auch bei Biathlon-WM

Dopingskandal Die Spritze des Eisbergs

"Als Leiter des Büros zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität im Bundeskriminalamt kann ich ganz klare Parallelen der Machenschaften dieser Gruppierung und anderer Mafia-Organisationen wie der russischen Mafia, der italienischen Mafia oder auch der Balkan-Mafia feststellen", sagte der leitende Ermittler des österreichischen Bundeskriminalamtes, Dieter Csefan.

Die Ermittler legten dar: Es handele sich um ein weltweit agierendes Netzwerk.

"Die kriminelle Organisation war hierarchisch aufgebaut. Jeder hatte seine eigene Aufgabe", erklärte Csefan. "Die Blutbeutel von A nach B zu bringen, die Infusionen zu setzen und diese Organisation hat auch versucht, sich von der Strafverfolgung abzuschirmen, durch die Verwendung ausländischer Wertkarten-Handys. So, wie wir es bei anderen Mafia-Organisationen immer wieder sehen."

Dieter Csefan vom österreichischen Bundeskriminalamt und Hansjörg Mayr von der Staatsanwaltschaft Innsbruck bei einer Pressekonferenz zum Dopingskandal bei der Nordischen Ski-WM. (imago)Dieter Csefan vom österreichischen Bundeskriminalamt und Hansjörg Mayr von der Staatsanwaltschaft Innsbruck bei einer Pressekonferenz zum Dopingskandal bei der Nordischen Ski-WM. (imago)

Der mutmaßliche Kopf des Ganzen: der Erfurter Sportarzt Mark S.. Er war im Zuge der Dopingrazzien während der Ski-WM festgenommen worden. Laut Ermittlungsergebnissen ging der Sportmediziner offenbar gezielt auf junge Athleten zu, sagte Csefan:

"Laut unseren derzeitigen Erkenntnissen wurden die Athleten von Dr. Schmidt und seinen Komplizen zu den Doping-Anwendungen aufgefordert, zu Beginn sogar kostenlos darauf eingeladen, damit sie auch selbst feststellen können die Leistungssteigerungen."

Gemeinsames Verhör von Mark S.

Hinzu kommt: Mark S. und seine Komplizen seien nicht nur bei der Ski-WM in Seefeld anwesend gewesen – sondern seit Jahren auch bei mehreren internationalen Wettkämpfen.

Im Fokus steht jetzt noch ein weiterer mutmaßlicher Drahtzieher: der Este Mati Alaver. Nach Informationen der ARD-Dopingredaktion wird nach ihm international polizeilich gefahndet. Die Ermittlungsarbeit rund um die Doping-Razzia koordiniert das österreichische Bundeskriminalamt zusammen mit der Münchner Staatsanwaltschaft. Ab morgen (Dienstag, 12.3.19) werden beide Behörden den hauptbeschuldigten Sportarzt Mark S. gemeinsam verhören.

Den vollständigen Beitrag können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk