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StartseiteSport AktuellRussland sperrt Hajo Seppelt aus05.03.2020

DopingjournalistRussland sperrt Hajo Seppelt aus

Mit seiner Berichterstattung hat Hajo Seppelt in den letzten Jahren das russische Sportsystem in Bedrängnis gebracht. Seppelt deckte staatlich gesteuertes Doping auf und durfte im Anschluss nicht mehr nach Russland einreisen. Zur WM 2018 wurde diese Entscheidung zurückgenommen, nun gilt sie wieder.

Hajo Seppelt im Gespräch mit Maximilian Rieger

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Der Journalist Hans-Joachim Seppelt posiert für ein Portrait in Berlin vor einer grünen Hecke. (imago images / Bildgehege)
Der Journalist Hans Joachim Seppelt deckte maßgeblich das staatlich gesteuerte Doping in Russland auf (imago images / Bildgehege)
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"Man hat mir heute mitgeteilt, dass es mir nicht erlaubt sei, die russische Föderation zu bereisen. Und ich dürfe auch nicht die Grenze nach Russland passieren, und ich solle das bitte für zukünftige Anträge in Erinnerung halten", sagt Hajo Seppelt über die Ablehnung seines Visums für Russland. "Das heißt, das ist wohl offensichtlich auf Dauer angelegt und hat dann mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem gleichen Grund zu tun, wie damals (als Seppelt 2018 zum ersten Mal nicht einreisen durfte, Anm. d. Redaktion): nämlich die Berichterstattung über den russischen Dopingskandal."

Noch keine Schritte gegen Ablehnung eingeleitet

Eine Begründung für die Ablehnung habe er nicht erhalten, sagt Seppelt, die Absage gelte sowohl für private wie auch berufliche Reisen. "Dass zeigt, dass wir mit unserer Berichterstattung einen Nerv in Russland getroffen haben", sagt Seppelt, meint aber, dass damit der Überbringer der schlechten Nachrichten verantwortlich gemacht werde, anstatt die Fehler in Russland selbst zu suchen. Allerdings habe dort mittlerweile bei einigen Akteuren durchaus ein Umdenken stattgefunden.

Für die Arbeit der ARD-Dopingredaktion sei die Entscheidung "ärgerlich", allerdings hänge die Arbeit der Dopingredaktion nicht an einer Person. Mögliche Schritte gegen die Entscheidung der russischen Behörden habe er noch nicht durchdacht, sagt Seppelt. 

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