Iran-Krieg
Ehemaliger UNO-Botschafter Heusgen wirft Bundesregierung Relativierung des Völkerrechts vor

Der ehemalige deutsche UNO-Botschafter Heusgen hat die Bundesregierung für ihre Einschätzung des US-israelischen Kriegs gegen den Iran kritisiert.

    Christoph Heusgen steht vor einer blauen Wand, er trägt einen Anzug.
    Christoph Heusgen, ehemaliger Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz (Bernd von Jutrczenka/dpa)
    Heusgen sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es erschüttere ihn, dass mit der Haltung der Regierung das Völkerrecht relativiert werde. Schließlich gebe es keinerlei seriöse Zweifel daran, dass dieser Angriff gegen das Völkerrecht verstoße. Die UNO-Charta erlaube Gewaltanwendung allein mit Billigung des Sicherheitsrates oder in Selbstverteidigung gegen einen unmittelbar bevorstehenden Angriff. Zudem sei in der Regierung offenbar noch niemandem aufgefallen, dass das Völkerrecht hierzulande Verfassungsrang habe.
    Heusgen betonte zugleich, die Mullahs in Teheran seien mit das schlimmste Terrorregime, das es gebe. Es werde aber vermutlich an der Macht bleiben und noch brutaler werden. Die andere Möglichkeit sei ein Bürgerkrieg zwischen dem Regime und der völlig zerstrittenen Opposition. Deshalb sei der Versuch eines Regierungswechsels von außen riskant.
    Die wichtigsten Entwicklungen zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten gibt es in unserem Newsblog.
    Diese Nachricht wurde am 14.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.