Dienstag, 24. Mai 2022

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EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm
Gelingendes Leben, gelingendes Sterben

Seinem eigenen Leben ein Ende setzen, um der Familie nicht zur Last zu fallen – die Zahl derer, die so denken, wird steigen, wenn der Gesetzgeber die ärztliche Suizidbeihilfe legalisiert. Mit diesem Szenario rechnen zwei von drei Deutschen.

Heinrich Bedford-Strohm im Gespräch mit Christian Pietscher | 13.05.2015

Der neue EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.
Der EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm. (picture alliance / dpa / Nicolas Armer)
Dies ist das Ergebnis einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die am 12. Mai veröffentlicht wurde. Sowohl Gegner als auch Befürworter der Beihilfe zur Selbsttötung wurden befragt.
Außerdem ergab die Studie: Ängste, die mit dem Sterbeprozess und den damit verbundenen Schmerzen zusammen hängen, spielen bei einer großen Mehrheit der Befragten eine Rolle. In anderen Umfragen der vergangenen Monate hatten 60 bis 80 Prozent der Beihilfe zum Suizid in schwerer oder todbringender Krankheit zugestimmt.
Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm fordert nun Aufklärung darüber, wie man in Würde sterben kann, ohne sich vorzeitig das Leben zu nehmen. Noch gebe es in Deutschland – anders als in den Niederlanden und in Belgien – Gesetze, die das Leben auch im Sterbeprozess schützen.
Schon in seinem kürzlich erschienenen Buch "Leben dürfen – Leben müssen" plädiert der evangelische Theologe dafür, die Kultur des Lebensschutzes zu erhalten und sie nicht durch neue Suizidgesetze zu schwächen.
Heinrich Bedford-Strohm ist Jahrgang 1960, die Sozialethik ist sein theologischer Schwerpunkt. Seit November 2014 ist er EKD-Ratsvorsitzender.
Sie können das Gespräch von Christian Pietscher mit Heinrich Bedford-Strohm über gelingendes Leben und Sterben sowie die neue Studie zur Suizidbeihilfe mindestens sechs Monate in unserem Audio-Archiv nachhören.