Freitag, 23.07.2021
 
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Nächste Sendung: 25.07.2021 09:30 Uhr

Essay und Diskurs
Gabentausch
Zur Idee eines Homo Cooperativus.
Von Claus Leggewie

Corona- und Klimakrise werden das internationale System verändern. Mit dem Irrweg „My Country First“ und antagonistischer geopolitischer Blockbildung werden die großen Herausforderungen nicht zu bewältigen sein, meint Claus Leggewie.
Zaghaft meldet sich der Multilateralismus zurück, doch die Souveränisten halten dagegen: Realistisch sei nur das Selbsterhaltungsinteresse des Homo Oeconomicus, der bestenfalls über die unsichtbare Hand des Marktes private Laster wie Gier in öffentliche Tugenden verwandeln könne, in einen Wohlstand für alle. Die Kultursoziologie hat diese Vereinfachung des Menschenbilds nie akzeptiert, auch in der Wirtschaftswissenschaft kommen Zweifel auf. Aber was könnte ein alternatives Paradigma sein? Vorgeschlagen wird der Homo Cooperativus, den die neuere Naturforschung als Standardmodell menschlicher Empathie belegen kann, auch wenn ungünstige institutionelle Arrangements in Markt und Staat dem entgegenstehen.
Am Horizont steht ein neuer Gesellschaftsvertrag (nunmehr zwischen den Generationen) und ein neuer Naturvertrag, der belebte und unbelebte Natur zu Mitakteuren transnationaler Politik erhebt.
Claus Leggewie, Jahrgang 1950, ist Professor für Politikwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Mitherausgeber der Blätter für deutsche und internationale Politik. Von 2007 bis 2017 war er Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.
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